Bei muskelinvasivem Blasenkrebs wird häufig die gesamte Harnblase operativ entfernt. Dies nennt man radikale Zystektomie. Dabei werden in der Regel auch benachbarte Lymphknoten entfernt.
Je nach Erkrankungssituation können weitere Organe oder Teile davon mit entfernt werden. Das können bei Männern die Prostata und die Samenbläschen sein und bei Frauen die Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und Teile der Scheidenwand.
Abhängig von Lage und Grösse des Tumors, aber auch von Alter und Allgemeinzustand der betroffenen Person, kann es auch sein, dass die Blase nur teilweise entfernt werden muss (partielle Zystektomie).
Nach einer Entfernung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Funktion der Blase zu ersetzen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird diese ausführlich mit Ihnen besprechen, sollte er/sie eine Zystektomie vorsehen.
Begleitende medikamentöse Therapien
Die Operation kann allein oder in Kombination mit medikamentösen Therapien erfolgen. Dazu gehören Chemotherapien, Immuntherapien sowie moderne zielgerichtete Medikamente (Antikörper-Wirkstoff-Konjugate). Sie zielen darauf ab, den Tumor vor dem Eingriff zu verkleinern und mögliche, im Körper verbliebene Krebszellen zu bekämpfen, um das Rückfallrisiko zu senken.
- Vor der Operation (neoadjuvante Therapie): Eine medikamentöse Behandlung vor der Operation soll den Tumor verkleinern und möglicherweise bereits im Körper vorhandene Krebszellen frühzeitig bekämpfen.
- Nach der Operation (adjuvante Therapie): Eine medikamentöse Behandlung nach der Entfernung der Blase soll das Risiko senken, dass der Krebs zurückkehrt (Rezidiv).
- Vor und nach der Operation (perioperative Therapie): Bei diesem Therapiekonzept liegt die Operation zeitlich zwischen zwei medikamentösen Behandlungsphasen. Deshalb wird dieses Vorgehen auch als «Sandwichtherapie» bezeichnet. Hierbei kann beispielsweise eine Kombination aus einer Immuntherapie und einem sogenannten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat zum Einsatz kommen. Diese beiden Ansätze ergänzen sich: Während die Immuntherapie das körpereigene Immunsystem unterstützt, Krebszellen zu erkennen, transportiert das Konjugat einen wirksamen Stoff zielgerichtet direkt in die Tumorzellen. Die Behandlung erfolgt in Zyklen vor der Operation und wird nach einer angemessenen Erholungsphase im Anschluss an den Eingriff fortgeführt.