Blasenkrebs

Aktualisiert am
29. März 2023
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Brigitte Reinhart
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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
Von Blasenkrebs sind vor allem ältere Erwachsene betroffen. Die häufigste Form von Blasenkrebs ist das sogenannte Urothelkarzinom. Wie beginnt Blasenkrebs? Wo hat man bei Blasenkrebs Schmerzen? Wächst Blasenkrebs schnell? Wie hoch sind die Heilungschancen? Hier erfahren Sie das Wichtigste über Blasenkrebs und bekommen Antworten auf diese Fragen und weitere Fragen.
Illustration menschliche Blase

Was ist Blasenkrebs?

Blasenkrebs ist eine Krebserkrankung, die in der Harnblase entsteht. Deshalb wird Blasenkrebs auch als Krebs der Harnblase bezeichnet.  

Blasenkrebs entsteht, wenn sich Zellen der Harnblase zu teilen beginnen und schneller als gewöhnlich wachsen. Sie können zu Krebszellen werden und einen Tumor bilden. Je nach Fortschreiten der Erkrankung, können die Krebszellen durch die Schichten der Harnblase hindurchwachsen und sich in anderen Bereichen des Körpers ausbreiten.

Die häufigste Form von Blasenkrebs ist das Urothelkarzinom, das in den Zellen der Schleimhaut der Blase entsteht.

Illustration der Blase

Illustration - Menschliche Blase mit Beschriftung

Häufigkeit von Blasenkrebs

Rund 1'000 Männer und 340 Frauen in der Schweiz erhalten jedes Jahr die Diagnose Blasenkrebs. Meist sind sie zu diesem Zeitpunkt über 70 Jahre alt.

Wie bemerkt man Blasenkrebs?

Blasenkrebs verursacht oft über lange Zeit keine spezifischen Symptome. Die folgenden Beschwerden können jedoch auf Blasenkrebs hindeuten:

  • Blut im Urin
  • häufiges Wasserlassen
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Das Gefühl, Wasser lassen zu müssen, auch wenn die Blase nicht voll ist.
  • häufiges Wasserlassen in der Nacht
  • Schmerzen im unteren Rücken auf einer Körperseite.

Wichtig: Die genannten Symptome können auch bei anderen Erkrankungen auftreten, z.B. bei einer Infektion der Harnwege. Lassen Sie sich bitte ärztlich untersuchen, wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich beobachten.

Diagnose

Um Blasenkrebs zu diagnostizieren, werden mehrere Untersuchungen und Tests durchgeführt. Dazu zählen:

Zur Bestätigung eines Verdachts auf Blasenkrebs können weitere Untersuchungen wie zum Beispiel die Computertomografie oder die Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden.

Je früher Blasenkrebs diagnostiziert und behandelt wird, desto grösser sind die Heilungschancen.

Behandlungsmöglichkeiten

Wie Blasenkrebs behandelt wird, hängt davon ab, ob der Tumor sich bereits über die Schleimhaut und darüber hinaus ausgebreitet hat. Entscheidend ist auch der allgemeine Gesundheitszustand der betroffenen Person.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen:

Es kann sein, dass verschiedene Therapien kombiniert oder nacheinander angewandt werden, um den Tumor vor der Operation zu verkleinern oder nach der Operation auch kleinste Krebszellen zu zerstören.

Ist Blasenkrebs heilbar?

Wie bei allen Krebsarten gilt auch bei Blasenkrebs – je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto grösser sind die Heilungschancen.

Die 5-Jahres-Überlebensrate bei Blasenkrebs beträgt:

  • 96 %, wenn sich der Krebs allein auf die Schleimhaut der Harnblase beschränkt
  • 70 %, wenn sich der Krebs noch nicht über die Blase hinaus ausgebreitet hat 
  • 39 %, wenn sich der Krebs in nahe gelegene Lymphknoten oder benachbarte Gebiete ausgebreitet hat. 
  • 8%, wenn sich der Krebs weiter im Körper ausgebreitet hat, z. B. in den Knochen, der Lunge oder der Leber.

Wichtig: Die genannten Überlebensraten sind Durchschnittswerte, die auf Daten von 2012 bis 2018 beruhen und nicht alle individuellen Umstände berücksichtigen, wie z.B. das Alter und den allgemeinen Gesundheitszustand. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck an der Erforschung von Krebs. Inzwischen gibt es neue medizinische Erkenntnisse, die zu neuen und verbesserten Therapieoptionen geführt haben.

Risikofaktoren

Als Hauptrisikofaktor für Blasenkrebs gilt das Rauchen. Experten schätzen, dass etwa 30 % bis 70 % aller Blasenkrebsfälle auf das Rauchen zurückzuführen sind. Bei Rauchern ist das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, vier bis sieben Mal höher als bei Nichtrauchern.

Zu weiteren Risikofaktoren zählen:

  • zunehmendes Alter: die meisten Betroffenen sind um die 70 Jahre alt
  • erbliche Veranlagung
  • bestimmte Chemikalien: häufiger und längerer Kontakt
  • frühere Chemotherapie/ Strahlentherapie im Bereich des Beckens
  • chronische Zystitis.

Prävention

Leider weiss man bis heute nicht, wie sich Blasenkrebs verhindern lässt. Es gibt aber einige Faktoren, die helfen können, das Erkrankungsrisiko zu senken. Dazu gehört auch ein gesunder Lebensstil. Halten Sie sich an die folgenden Tipps:

5 Tipps zur Senkung Ihres Risikos für Blasenkrebs

  1. Rauchen Sie nicht.
  2. Minimieren Sie den Kontakt mit bestimmten Chemikalien am Arbeitsplatz.
  3. Trinken Sie viel Wasser. 
  4. Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Gemüse und Obst.
  5. Erreichen und Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.
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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
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Medical Services Manager, MSD Schweiz

Brigitte Reinhart ist ausgebildete Molekularbiologin und Gentechnologin. Sie ist sehr erfahren in angewandter medizinischer Forschung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in medizinischen Abteilungen grosser pharmazeutischer Unternehmen. Als Medical Services Manager von MSD stellt sie die Qualität und Richtigkeit der hier veröffentlichten Inhalte sicher.