Häufige Fragen über schwarzen Hautkrebs (Melanom)

Aktualisiert am
20. April 2023
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Brigitte Reinhart
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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
Die häufigsten Fragen über schwarzen Hautkrebs drehen sich um die Anzeichen und die Entwicklung der Erkrankung, die Therapiemöglichkeiten und die Heilungschancen sowie die Übernahme der Behandlungskosten. Hier finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen.
Illustration Mann und Frau mit angedeutetem Melanom auf dem Rücken

Ein Melanom ist eine bestimmte Art von Hautkrebs. Es entwickelt sich aus den Melanozyten

Ungefähr ein Drittel aller Melanome entsteht aus Muttermalen. Achten Sie also auf Ihre Muttermale. Ein Melanom unterscheidet sich in Aussehen, Form und Grösse von den anderen Muttermalen. 

Die folgenden Anzeichen können Ihnen helfen, ein Melanom zu erkennen. Sie orientieren sich an der sogenannten ABCD-Regel:

  • A für Asymmetrie: Die eine Hälfte eines Leberflecks oder Muttermals stimmt nicht mit der anderen überein.
  • B für Begrenzung: Die Ränder sind unregelmässig, ausgefranst, eingekerbt oder verschwommen.
  • C für Color (Farbe): Die Farbe ist nicht überall gleich. Das Muttermal hat verschiedene Farben oder Schattierungen anderer Farben.
  • D für Dynamik: Das Muttermal verändert sich, zum Beispiel in der Grösse, Farbe, Form oder Dicke.

Mögliche Erscheinungsformen:

Illustration Erscheinungsformen des Melanoms

Wenn Sie ein Muttermal mit einem oder mehreren dieser Merkmale bei sich beobachten, zeigen Sie es bitte einem Dermatologen/einer Dermatologin. Auch wenn der Hautfleck juckt oder blutet, ist es wichtig, ihn ärztlich untersuchen zu lassen.

Weitere Informationen finden Sie unter Was ist ein Melanom? und unter Prävention und Früherkennung.

Schwarzer Hautkrebs entsteht, wenn sich die Melanozyten unkontrolliert teilen und zu Krebszellen werden. Das kann mehrere Monate oder Jahre dauern. Deshalb ist es wichtig, die Haut regelmässig auf Veränderungen zu kontrollieren.

Unter Was ist ein Melanom? finden Sie ausführlichere Informationen zur Entstehung eines Melanoms. 

Das Melanom gilt als die gefährlichste Form aller Hautkrebserkrankungen. Dies deshalb, weil es streuen, also Metastasen im Körper bilden kann.

Unterschieden wird zwischen lokalen Metastasen und Fernmetastasen:

  • Lokale Metastasen bilden sich in der direkten Umgebung des Melanoms, in unmittelbarer Nähe im Abstand von bis zu 2 cm und/oder in naheliegenden Lymphknoten.
     
  • Fernmetastasen entstehen, wenn sich die Krebszellen des Melanoms über die Lymph- und Blutbahnen in andere Organe und Körperteile wie Leber, Lunge, Gehirn und Knochen ausbreiten.

Wenn das Melanom die nahen Lymphknoten befallen hat, kann es in der Regel operativ entfernt werden und die Prognose ist oft noch gut. Hat sich der Krebs jedoch in andere Organe ausgebreitet, ist die Prognose oft schlechter und die Behandlung kann schwieriger sein.

Unter Diagnose erfahren Sie mehr über die Einteilung von Melanomen in Krankheitsstadien.

In der Schweiz werden jedes Jahr rund 3’100 neue Melanome diagnostiziert. Wird das Melanom früh erkannt und behandelt, sind die Heilungschancen in der Regel gut. 

Hat das Melanom Fernmetastasen gebildet, ist die Krebserkrankung fortgeschritten. In diesem Fall sinken die Chance einer kompletten Heilung und das Ziel der Behandlung ist, das Krebswachstum zu stoppen und die Beschwerden zu lindern. 

Die 5-Jahres-Überlebensrate bei schwarzem Hautkrebs beträgt:

  • > 99 Prozent, wenn sich der Krebs nicht über seinen Ursprungsort hinaus ausgebreitet hat. 
  • 71 Prozent, wenn sich der Krebs in nahe gelegene Lymphknoten oder benachbartes Gewebe ausserhalb seines Ursprungsorts ausgebreitet hat. 
  • 32 Prozent, wenn sich der Krebs weiter im Körper ausgebreitet hat, z. B. in der Lunge oder der Leber.

Wichtig: Die genannten Überlebensraten sind Durchschnittswerte, die auf Daten von 2012 bis 2018 beruhen und nicht alle individuellen Umstände berücksichtigen, wie z.B. das Alter und den allgemeinen Gesundheitszustand. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck an der Krebsforschung. Inzwischen gibt es neue medizinische Erkenntnisse, die zu neuen und verbesserten Therapieoptionen geführt haben.

Für das Melanom gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Dazu zählen:

  • Operation
  • Immuntherapie
  • Zielgerichtete Therapie
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie.

Die Wahl der Behandlung hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, von der betroffenen Körperregion, vom Alter und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Es ist auch möglich, dass Therapien kombiniert oder nacheinander angewendet werden. 

Unter Therapie sind die verschiedenen Therapieoptionen ausführlicher beschrieben.

Die Behandlungskosten werden von der obligatorischen Grundversicherung übernommen, bei einer Operation und wenn eine medikamentöse Therapie angewendet wird, die von Swissmedic zugelassen ist und auf der sogenannten Spezialitätenliste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) für die Behandlung des Melanoms aufgeführt ist. Ihr Dermatologe/Ihre Dermatologin muss Sie darüber genau informieren.

Auch im Rahmen einer klinischen Studie sind die Kosten für Behandlungen mit zugelassenen Substanzen gedeckt. Sollten noch nicht im Handel zugelassene Medikamente oder neue Verfahren angewandt werden oder zusätzliche Massnahmen erforderlich sein, (z. B. genetische Untersuchungen) werden die entstehenden Kosten in der Regel nicht Ihnen belastet, sondern mit Forschungsgeldern finanziert.

Bei zusätzlichen, nichtärztlichen Beratungen oder Therapien und bei benötigter Langzeitpflege sollten Sie vor Therapiebeginn abklären, ob die Kosten durch die Grundversicherung beziehungsweise durch Zusatzversicherungen gedeckt sind.

Die wichtigste Massahme zur Senkung Ihres Erkrankungsrisikos ist der Schutz vor UV-Belastung durch Sonne und Solarium.

Befolgen Sie diese Empfehlungen:

  • Suchen Sie zwischen 10 und 16 Uhr Schatten.
  • Tragen Sie, wenn Sie doch in der Sonne sind, einen Sonnenhut, schützende Kleidung und eine Sonnenbrille.
  • Tragen Sie grosszügig Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf. Bedenken Sie: Häufiges Eincremen ist kein Freifahrtschein für die Sonne. Sonnen Sie sich nicht! Es gibt keine gesunde Bräune. Suchen Sie Schatten!
  • Gehen Sie nicht ins Solarium.
  • Schützen Sie auch die Haut Ihrer Kinder vor der Sonne!

Unter Prävention und Früherkennung erhalten Sie ausführlichere Informationen.

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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
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Medical Services Manager, MSD Schweiz

Brigitte Reinhart ist ausgebildete Molekularbiologin und Gentechnologin. Sie ist sehr erfahren in angewandter medizinischer Forschung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in medizinischen Abteilungen grosser pharmazeutischer Unternehmen. Als Medical Services Manager von MSD stellt sie die Qualität und Richtigkeit der hier veröffentlichten Inhalte sicher.