Gebärmutterhalskrebs

Aktualisiert am
8. Februar 2024
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Brigitte Reinhart
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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich aus sogenannten Krebsvorstufen, die jährlich bei rund 5000 Frauen in der Schweiz festgestellt werden. Gebärmutterhalskrebs ist heilbar, wenn er frühzeitig erkannt und behandelt wird. Hier erfahren Sie mehr über die Entstehung, Symptome, Risikofaktoren und Therapieoptionen sowie Möglichkeiten zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.
Gebärmutter Illustration

Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs ist eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses im unteren Teil der Gebärmutter. In der Medizin heisst Gebärmutterhalskrebs Zervixkarzinom

Krebs kann auch im Gebärmutterkörper entstehen. Gebärmutterkörperkrebs unterscheidet sich von Gebärmutterhalskrebs und wird anders diagnostiziert und behandelt. Hier erfahren Sie mehr über Gebärmutterhalskrebs.

Note

Jedes Jahr werden bei rund 5000 Frauen in der Schweiz Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Rund 250 Frauen erkranken jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs. Die Diagnose wird häufiger zwischen 25 und 44 Jahren gestellt.

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs entsteht, wenn sich Zellen schneller teilen und anders aussehen als gesunde Zellen. Diese Zellveränderungen beginnen in der obersten Schicht der Schleimhaut, in den meisten Fällen am Muttermund und am Gebärmutterhals und nennen sich Krebsvorstufen.

Dringen die veränderten Zellen tiefer in die Schleimhaut ein, entsteht Gebärmutterhalskrebs. Dieser kann sich über die Lymph- und Blutgefässe ausbreiten und an anderen Stellen im Körper  Metastasen bilden.

Illustration der Gebärmutter

Illustration Gebärmutter mit Beschriftung

Symptome von Gebärmutterhalskrebs

Bei den Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs treten in der Regel keine Beschwerden auf. Symptome zeigen sich häufig erst in fortgeschrittenen Stadien.

Zu den möglichen Symptomen zählen:

  • Ungewöhnliche vaginale Blutungen, z.B. nach dem Geschlechtsverkehr, nach der Menopause oder zwischen den Perioden
  • unangenehm riechender Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen im Unterbauch
  • unerklärliche Gewichtsabnahme.

Die genannten Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Dennoch sollten Sie, wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen aufsuchen.

Gehen Sie regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung! Gebärmutterhalskrebs kann in frühen Stadien erkannt werden, was eine frühzeitige Therapie ermöglicht und die Heilungschancen erhöht.

Gebärmutterhalskrebs - Risikofaktoren

Als wichtigster Risikofaktor gilt die Infektion mit bestimmten humanen Papillomaviren (HPV). Humane Papillomaviren umfassen rund zweihundert verschiedene Typen, von denen die meisten ungefährlich sind. Einige können jedoch verschiedene Krebserkrankungen, darunter Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Mund- und Rachenkrebs oder Peniskrebs auslösen. HPV sind sehr verbreitet und werden vorwiegend durch sexuellen Kontakt übertragen.

Zu weiteren möglichen Risikofaktoren zählen:

  • sexuelle Aktivität in jungen Jahren
  • viele Sexualpartner
  • ein Partner, der als Hochrisikopartner gilt (jemand mit HPV-Infektion oder mit vielen Sexualpartnern)
  • Rauchen
  • geschwächtes Immunsystem.

Möglichkeiten zur Vorbeugung 

Safer Sex

Auch wenn ein Kondom keinen vollständigen Schutz vor HPV-Infektionen garantiert, sollten Sie bei einem neuen Partner/einer neuen Partnerin Kondome verwenden. Denn die Viren können auch über die Schleimhaut, die nicht vom Kondom oder Femidom abgedeckt ist, übertragen werden - zum Beispiel vor dem Geschlechtsverkehr oder bei Oralsex.

Impfung

Es gibt Impfstoffe, die vor den Hochrisiko-HPV-Typen schützen können. Der Nutzen einer Impfung ist am grössten, wenn sie vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt. Daher ist die HPV-Impfung in der Schweiz für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 11 und 26 Jahren im Rahmen der kantonalen Impfprogramme empfohlen und kostenlos.

Ausführliche Informationen über HPV und wie Sie sich und Ihre Kinder davor schützen können, finden Sie hier
 

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Früherkennung

Der beste Weg zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist die regelmässige gynäkologische Vorsorgeuntersuchung. Dabei stehen der Pap-Test und der HPV-Test zur Verfügung.

Pap-Test

Der Pap-Test ist die wichtigste Früherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs. Dafür entnimmt die Gynäkologin/der Gynäkologe einen Abstrich vom Gebärmutterhals. Die entnommenen Zellen werden im Labor auf Krebs und Krebsvorstufen untersucht.

HPV-Test

Beim HPV-Test entnimmt die Gynäkologin/der Gynäkologe einen Abstrich vom Muttermund und der Öffnung des Gebärmutterhalses. In den entnommenen Zellen wird im Labor nach der DNA von HP-Viren gesucht, die am ehesten Gebärmutterhalskrebs verursachen.

Wichtig
  • Ein auffälliger Pap-Test ist noch keine Krebsdiagnose! Bei vielen Frauen bilden sich geringfügige Zellveränderungen ohne Behandlung von selbst zurück. Ihre Gynäkologin/Ihr Gynäkologe wird deshalb den weiteren Verlauf beobachten.

  • Die HPV-Impfung schützt nicht vor allen krebsauslösenden HPV-Typen. Deshalb sollten Sie, auch wenn Sie geimpft sind, regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Wie wird Gebärmutterhalskrebs behandelt?

Gebärmutterhalskrebs ist eine der am besten behandelbaren Krebsarten, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Wurden Krebsvorstufen entdeckt, wird häufig nach sechs Monaten ein erneuter Abstrich genommen, um den Verlauf zu kontrollieren. Wenn sich die Zellveränderungen nicht von selbst zurückbilden, erfolgen weitere Untersuchungen und eine Therapie.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten von Gebärmutterhalskrebs zählen:

Je nach Krankheitsstadium kann es sein, dass Therapieverfahren kombiniert oder nacheinander angewandt werden. 

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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
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Medical Services Manager, MSD Schweiz

Brigitte Reinhart ist ausgebildete Molekularbiologin und Gentechnologin. Sie ist sehr erfahren in angewandter medizinischer Forschung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in medizinischen Abteilungen grosser pharmazeutischer Unternehmen. Als Medical Services Manager von MSD stellt sie die Qualität und Richtigkeit der hier veröffentlichten Inhalte sicher.