Melanom - Therapie

Aktualisiert am
20. April 2023
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Brigitte Reinhart
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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
Zur Behandlung des Melanoms gibt es verschiedene Optionen. Dazu zählen unter anderem die Operation, medikamentöse Therapien wie die Immuntherapie und die zielgerichtete Therapie oder die Bestrahlung. Wie hoch sind die Heilungschancen bei schwarzem Hautkrebs? Was bedeuten die einzelnen Behandlungen? Hier erfahren Sie mehr darüber.
Illustration Mann und Frau mit Melanom auf dem Rücken

Wie wird ein Melanom behandelt?

Das Ziel der Behandlung eines Melanoms ist die Heilung, also die vollständige Beseitigung der Krebszellen. In frühen Krankheitsstadien kann dies in den meisten Fällen mit einer Operation zur Entfernung des Tumors erreicht werden. 

Hat sich der Krebs bereits im Körper ausgebreitet, reicht die Operation nicht aus, um alle Krebszellen zu entfernen. Dann stehen weitere sogenannte adjuvante Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit diesen sollen noch vorhandene Krebszellen abgetötet und das Rückfallrisiko begrenzt werden.

Je mehr Sie über die Therapiemöglichkeiten wissen, desto besser sind Sie vorbereitet und können Behandlungsentscheide mittreffen.

Therapiemöglichkeiten beim Melanom

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Die chirurgische Entfernung des Melanoms ist die häufigste Behandlungsoption, wenn es sich noch nicht ausgebreitet hat. Bei der Operation werden der Tumor und nahes umliegendes gesundes Gewebe entfernt. Ziel ist, dass keine Krebszellen im Gewebe verbleiben.

Wurde bei der Biopsie der umliegenden Lymphknoten festgestellt, dass auch diese von Krebs befallen sind, werden die Lymphknoten ebenfalls operativ entfernt. Gleiches gilt für mögliche Metastasen.

Kleinere Eingriffe übernimmt in der Regel der Dermatologe/die Dermatologin. Je nach Grösse des Tumors und der zu operierenden Körperstelle kann es auch sein, dass ein Team aus weiteren Spezialist:innen für den Eingriff beigezogen wird. Das Ziel jeder Operation ist, möglichst schonend vorzugehen sowie einen späteren Funktionsverlust des betroffenen Körperteils und unerwünschte Narben möglichst zu vermeiden.

In späteren Stadien des Melanoms können zusätzlich zur Operation andere Behandlungen wie Strahlentherapie, Immuntherapie oder Chemotherapie eingesetzt werden.

Die Immuntherapie ist eine medikamentöse Therapie, die als Infusion verabreicht wird und so in den gesamten Körper gelangt. Die Therapie zielt nicht direkt auf den Tumor, sondern darauf, das körpereigene Immunsystem zur Bekämpfung der Krebszellen zu aktivieren.

Wie eine Immuntherapie funktioniert:

Krebszellen haben oft die Fähigkeit, das Immunsystem zu umgehen, indem sie sich als gesunde Zellen tarnen oder Immunzellen, die gegen sie gerichtet sind, blockieren oder hemmen. Die Immuntherapie zielt darauf ab, diese Hindernisse zu überwinden und das Immunsystem zu aktivieren, um die Krebszellen anzugreifen und zu zerstören.

Die Immuntherapie kommt in der Regel adjuvant zum Einsatz oder wenn eine Operation nicht möglich war.

Da bei dieser Therapieform das Immunsystem stimuliert wird, kann es passieren, dass auch gesunde Zellen vom Immunsystem angegriffen werden. Dies kann zu unerwünschten Wirkungen führen, die von milden grippeähnlichen Symptomen bis hin zu schweren Autoimmunreaktionen reichen können.

Die Immuntherapie kann mit weiteren Therapien wie zielgerichtete Therapie, Chemo- oder Strahlentherapie kombiniert werden.

Die bei dieser Therapie verabreichten Medikamente greifen zielgerichtet in den Stoffwechsel der Krebszellen ein. Daher der Name «zielgerichtet». Dabei geht es darum, spezifische genetische Veränderungen in den Krebszellen zu blockieren, die das Wachstum und die Ausbreitung des Tumors unterstützen.

Die meisten Melanome haben Veränderungen in den Genen BRAF und NRAS, die für die Aktivierung des sogenannten MAP-Kinase-Signalwegs verantwortlich sind. Durch die Aktivierung dieses Signalwegs wird das Überleben und Wachstum von Krebszellen unterstützt.

Zielgerichtete Therapien, die sich auf diese Gene richten, blockieren die Aktivierung des Signalwegs und führen zur Hemmung des Tumorwachstums.

Wie bei allen Therapien, kann es auch bei der zielgerichteten Therapie zu bestimmten Nebenwirkungen kommen. Dies hängt vom verabreichten Medikament/den verabreichten Medikamenten ab, die bei Patient:innen unterschiedlich wirken können.

Die Strahlentherapie kann eine wichtige Rolle bei der Behandlung eines Melanoms spielen, insbesondere wenn das Melanom lokal fortgeschritten ist oder bereits Metastasen gebildet hat.

Bei der Strahlentherapie treffen hochenergetische Strahlen von aussen auf den Körper, um die Krebszellen zu zerstören oder ihr Wachstum zu hemmen. Dies dauert nur wenige Minuten, dafür wird täglich über einen Zeitraum von einigen Wochen bestrahlt. Es kann dabei zu Rötungen der betroffenen Hautstelle kommen, wie bei einem Sonnenbrand.

Die Strahlentherapie kann auch in Kombination mit einer Operation oder einer Immuntherapie eingesetzt werden, um die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen.

Es kann sein, dass die Strahlentherapie neben den Rötungen zu weiteren unerwünschten Wirkungen wie zum Beispiel Erschöpfung und Müdigkeit führt.

Die Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie, die in der Regel als Infusion verabreicht wird. Sie enthält sogenannte Zytostatika, die Krebszellen schädigen oder deren Wachstum hemmen. Häufig werden verschiedene Zytostatika kombiniert.

Die Chemotherapie kann auch gesunde Zellen schädigen, was u. a. zu Haarausfall, Verstopfung oder Entzündung der Schleimhäute führen kann. Sie wird bei Melanom-Patient:innen in der Regel erst eingesetzt, wenn die Immuntherapie und die zielgerichtete Therapie nicht wirksam sind.

Welche Therapie angewendet wird, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • wie gross der Tumor ist.
  • welcher Melanom-Typ vorliegt.
  • wo sich der Tumor genau befindet.
  • ob sich der Tumor bereits ausgebreitet hat.
  • wie schnell der Tumor wächst.
  • ob die Krebszellen genetische Veränderungen aufweisen.
  • wie der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin/des Patienten ist.

Häufig werden Behandlungsverfahren miteinander kombiniert. 

Ihr Behandlungsplan

Bevor mit einer Therapie begonnen wird, wird Ihr individueller Behandlungsplan erstellt. Es kann sein, dass Ihr Dermatologe/Ihre Dermatologin Sie behandelt. Es ist aber auch möglich, dass Sie für spezifische Therapie(n) in ein Spital oder ein Zentrum gehen müssen.

In jedem Fall wird der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin Ihnen die gewählte Therapie genau erklären, die möglichen Nebenwirkungen beschreiben und Sie dabei unterstützen, bestmöglich damit umzugehen. Ein enger Austausch während der Therapie ist sehr wichtig, da Sie eventuell auftretende Nebenwirkungen oder den Verdacht darauf umgehend melden sollten.

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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
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Medical Services Manager, MSD Schweiz

Brigitte Reinhart ist ausgebildete Molekularbiologin und Gentechnologin. Sie ist sehr erfahren in angewandter medizinischer Forschung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in medizinischen Abteilungen grosser pharmazeutischer Unternehmen. Als Medical Services Manager von MSD stellt sie die Qualität und Richtigkeit der hier veröffentlichten Inhalte sicher.