Was sind Immunsuppressiva?

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Brigitte Reinhart
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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
Das Immunsystem schützt unseren Körper vor Krankheitserregern. Im Fall einer Autoimmunerkrankung ist dieses beeinträchtigt. Es stuft körpereigene, gesunde Zellen irrtümlich als fremd ein und bekämpft sie. Eine mögliche Therapieoption sind sogenannte «Immunsuppressiva».
Was sind Immunsuppressiva?

Immunsuppressiva werden eingesetzt, um das Immunsystem zu unterdrücken, wenn es körpereigenes Gewebe angreift. Es gibt eine Reihe Immunsuppressiva mit unterschiedlichen Wirkstoffgruppen. Dazu zählen:

  • Glukokortikoide (Steroid- oder Kortison-Präparate)
  • Zytostatika
  • Antikörper (Biologika)
  • Calcineurininhibitoren
  • TOR-Inhibitoren

Zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen der Gelenke, des Darms und der Haut werden hauptsächlich Immunsuppressiva der Klasse «Glukokortikoide» und «Antikörper» eingesetzt, weshalb wir im Folgenden auf diese näher eingehen.

Glukokortikoide (Steroid- oder Kortison-Präparate)

Glukokortikoide werden auch als Steroid- oder Kortison-Präparate bezeichnet. Sie enthalten Wirkstoffe, die körpereigenen Hormonen nachempfunden sind. Aufgrund ihrer vielfältigen Wirkungen auf die Abwehr- und Entzündungsreaktion vermitteln sie eine starke Entzündungshemmung. Deshalb nehmen sie in akuten Situationen (Schub) eine wichtige Rolle ein. Sie werden bei Schüben mit geringer bis schwerer Aktivität eingesetzt.

Antikörper (Biologika)

Biologika sind biotechnisch hergestellte Medikamente, die den Verlauf einer entzündlichen Erkrankung günstig beeinflussen können, indem sie zielgerichtet in lmmun- und Entzündungsprozesse eingreifen.

In der Schweiz sind Biologika mit verschiedenen Wirkmechanismen zugelassen. Einige Biologika zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen der Gelenke, des Darms und der Haut beruhen auf dem Einsatz von Antikörpern, sogenannte TNF-α-Blocker.

  • TNF-α-Blocker binden an den körpereigenen entzündungsfördernden Botenstoff TNF-α und können dadurch den Entzündungsprozess hemmen.
  • Die Anwendung erfolgt als intravenöse (iv) Infusion oder als subkutane (unter die Haut) Injektion.
  • Um erzielte Verbesserungen aufrechterhalten zu können, erfolgt die Therapie in der Regel langfristig und immer entsprechend der Empfehlung des behandelnden Arztes.

Biologika werden entsprechend des Schweregrades der Erkrankung eingesetzt, nachdem bestimmte andere Vortherapien nicht erfolgreich waren.

Autoimmunerkrankungen kann man nicht heilen, viele aber gut behandeln

Autoimmunerkrankungen verlaufen chronisch, heilbar sind die Erkrankungen jedoch heutzutage nicht. Grosse medizinische Fortschritte trugen und tragen dazu bei, dass Betroffene ein möglichst normales Leben führen können.

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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
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Medical Services Manager, MSD Schweiz Brigitte Reinhart ist ausgebildete Molekularbiologin und Gentechnologin. Sie ist sehr erfahren in angewandter medizinischer Forschung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in medizinischen Abteilungen grosser pharmazeutischer Unternehmen. Als Medical Services Manager von MSD stellt sie die Qualität und Richtigkeit der hier veröffentlichten Inhalte sicher.
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