Therapie der Psoriasis

Aktualisiert am
2. November 2021
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Psoriasis ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar. Es gibt aber Behandlungsoptionen, die zur Linderung der Symptome führen und Betroffenen ein weitgehend normales Leben ermöglichen. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Medikamente und begleitenden Therapieformen.
Stethoskop auf Schreibtisch des Arztes

Zur Behandlung der Psoriasis gibt es keine Standardtherapie. Der Arzt erstellt aus verschiedenen Optionen ein individuelles Behandlungskonzept. 

Die Therapiewahl hängt von folgenden Faktoren ab: 

  • Form der Psoriasis
  • Schweregrad der Erkrankung
  • Alter, Geschlecht und Lebensumstände
  • Reaktion auf vorangegangene Therapien
Note

Hautpflege ist bei Psoriasis besonders wichtig

Die Hautpflege ist für Psoriasis-Patienten besonders wichtig. So sind auch in entzündungsfreien Phasen eine rückfettende Hautpflege und die Erhaltung des natürlichen Säureschutzmantels der Haut wichtig. Dazu eignen sich alkalifreie Reinigungslotionen und rückfettende Duschöle. Ihr Dermatologe wird Ihnen erklären, worauf Sie achten sollten. 

Medikamente zur Behandlung der Psoriasis

Zur Behandlung der Psoriasis stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Dazu zählen:

Topische Arzneimittel 

Bei der topischen Schuppenflechte-Therapie werden die betroffenen Hautstellen mit Salben, Cremes, Lotionen oder Tinkturen behandelt. Zu den Wirkstoffen dieser Medikamente zählen zum Beispiel Calcineurin-Inhibitoren, Dithranol, Glukokortikosteroide (Kortison) oder Vitamin D3. 
Topische Arzneimittel kommen bei Psoriasis am häufigsten zum Einsatz. Auch Kombinationen mit anderen Therapieformen sind möglich.

Systemisch konventionelle Therapie 

Bei schweren Formen der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis können systemische Therapien oral eingenommene oder injiziert werden. Diese verteilen sich über den Blutkreislauf im gesamten Körper. Bei der systemischen Therapie werden zwei Gruppen unterschieden: die klassisch systemischen Therapien, die das Immunsystem an mehreren Stellen hemmen und die Biologika-Therapien, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen. Beide Medikamentengruppen zählen zu den sogenannten Immunsuppressiva.

Biologika-Therapien

Biologika sind ebenfalls Immunsuppressiva. Sie werden jedoch biotechnisch hergestellt und greifen gezielt in das Immunsystem ein. Biologika werden bei Patienten eingesetzt, bei denen vorhergehende Therapien nicht wirksam waren. Biologika wirken rasch. Sie werden in regelmässigen Abständen gespritzt oder als Infusion verabreicht.

Weitere Therapieformen

Phototherapie

Die Verwendung von UV-Licht zur Behandlung einer Krankheit wird Phototherapie genannt. Die Phototherapie kommt auch zur Behandlung der Psoriasis zum Einsatz. Die Wirkung von ultravioletter (UV-) Strahlung kann zu einer deutlichen Verbesserung der von Schuppenflechte betroffenen Hautstellen führen. Die Behandlung findet in der Praxis eines Arztes oder in spezialisierten Kliniken und Pflegezentren statt.

Weitere unterstützende Therapien

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung können weitere Therapien hilfreich sein, um das Leben mit der Erkrankung zu erleichtern. So können Entspannungstechniken, Stressbewältigungstechniken oder eine Psychotherapie zum Behandlungserfolg bei Psoriasis beitragen.

Note

Psoriasis ist nach heutigem medizinischem Stand nicht heilbar. Dank medizinischen Fortschritten kann sie aber gut behandelt werden und Betroffenen ein weitgehend normales Leben ermöglichen.

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Senior Specialist Medical Affairs, MSD Schweiz

Daniel Koch ist seit über 35 Jahren in verschiedenen Positionen in der Pharmabranche tätig, davon seit 30 Jahren bei MSD. Seit 2011 arbeitet er als Senior Specialist Medical Affairs im Bereich der Immunologie mit den dazugehörigen chronisch entzündlichen Erkrankungen axiale Spondyloarthritis, rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis.