Meine Verdauung

Aktualisiert am
15. Juli 2021
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Brigitte Reinhart
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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
Können Sie sich vorstellen, was es bedeutet, alle Speisen und Getränke, die wir täglich zu uns nehmen, zu verdauen? Unser Körper ist praktisch rund um die Uhr damit beschäftigt. Wir haben die einzelnen Schritte im Verdauungsprozess und die wichtigsten Tipps, die eine gute Verdauung unterstützen, für Sie zusammengefasst.
Frau hält sich die Hand auf den Magen

Wer pro Tag die empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse isst, nimmt allein damit schon bis zu 800 Gramm Nahrung auf. Hinzu kommen Frühstück, Mittag, Abendessen und vielleicht noch weitere Snacks. Das bedeutet nicht nur eine Menge Geschmack, es bedeutet auch Dauereinsatz für die Verdauung.
 

Was genau passiert bei der Verdauung? 

Kurz zusammengefasst werden die Nahrungsmittel, die wir aufnehmen, vom Körper «verwertet» und die Bestandteile, die er nicht aufnehmen kann, ausgeschieden. Während dieses Prozesses machen die aufgenommenen Speisen und Getränke eine Reise durch die Organe des Verdauungstraktes.
 

Was ist der Verdauungstrakt?

Der Verdauungstrakt besteht aus Mund, Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Dünn- und Dickdarm, Enddarm und After. Die Hauptaufgaben des Verdauungstrakts bestehen in:

  • Aufnahme der Nahrung
  • Aufspaltung der Lebensmittel in die Nährstoffe Fett, Kohlenhydrate und Eiweisse
  • Aufnahme dieser Nährstoffe sowie von Wasser, Spurenelementen, Mineralsalzen und Vitaminen in die Blutbahn
  • Entsorgung der nicht aufgenommenen Nahrungsbestandteile.

Am Prozess der Verdauung sind noch weitere Organe beteiligt, unter anderem die Bauchspeicheldrüse, die Gallenblase und die Leber. Zudem beherbergt der Verdauungstrakt eine grosse Zahl von Mikroorganismen, die am Verdauungsprozess beteiligt sind, Krankheitserreger abwehren helfen und das lmmunsystem des Darmes unterstützen. 
 

Der Weg der Nahrung durch den Vertrauungstrakt

Illustration Verdauungsorgane

Die zugeführte Nahrung wandert vom Mund zur Speiseröhre, von dort in den Magen, weiter zu Dünndarm und Dickdarm, bis die nicht verwerteten Nahrungsbestandteile in den Enddarm gelangen und schliesslich in Form von Stuhl über den Anus ausgeschieden werden.

Die einzelnen Schritte im Verdauungsprozess

Mund

Die Nahrung wird zerkleinert und mit Speichel durchmischt, wodurch der Verdauungsprozess in Gang kommt.

Speiseröhre

Der so gebildete Speisebrei wird durch die Speiseröhre in den Magen transportiert.

Magen

Der Speisebrei wird mit Magensaft durchmengt und die Nahrung dadurch weiter aufgespalten. Schliesslich gelangt der Speisebrei durch den Magenpförtner (Pylorus) und erreicht portionsweise den Zwölffingerdarm.

Zwölffingerdarm

Im Zwölffingerdarm wird dem Speisebrei der Saft der Bauchspeicheldrüse und Gallenflüssigkeit, die beim Aufschluss der Nahrung helfen, hinzugefügt.

Dünndarm

Hier wird die Nahrung zu Ende verdaut. Im oberen Dünndarm werden Fette, Eiweisse, Zucker, Vitamine (A, D, E, K) und Spurenelemente vom Körper aufgenommen. Vitamin B12 und die Gallensäuren werden im unteren Dünndarm resorbiert.

Dickdarm 

In den Dickdarm gelangen die Stoffe, die nicht verdaut werden. Die Aufgabe des Dickdarms besteht im Wesentlichen darin, dem Darminhalt Wasser und Mineralstoffe zu entziehen und den Stuhl einzudicken. 

Enddarm 

Hier wird der Stuhl geformt und in Richtung After transportiert.

Anus 

Über den Anus verlässt der Stuhl den Körper.

Die aufgenommene Nahrung erreicht den Magen relativ schnell. Wie viele Stunden sie im Magen verbleibt, hängt von der Zusammensetzung der Nährstoffe ab. Im Dickdarm dagegen bleibt der Nahrungsbrei ein bis drei Tage.

Die drei wichtigsten Tipps für eine gute Verdauung

1. Geniessen Sie Ihre Mahlzeiten in Ruhe und nehmen Sie sich Zeit beim Kauen

Planen Sie Ihre Mahlzeiten in den Tagesablauf ein und nehmen Sie sich Zeit, Ihre Speisen und Getränke in Ruhe zu geniessen. Ein Sprichwort sagt: «Gut gekaut, ist halb verdaut». Halten Sie sich daran. Es unterstützt den Verdauungsprozess.

2. Nehmen Sie ausreichend Ballaststoffe und Flüssigkeit zu sich

Nehmen Sie ballaststoffreiche Nahrung wie Obst und Gemüse, Nüsse, Samen und Kerne in Ihren Speiseplan auf. Trinken Sie mindestens 2 Liter täglich, am besten Wasser oder ungesüsste Kräutertees.

3. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung

Bewegung bringt die Verdauung in Schwung und fördert die Darmfunktion. Nutzen Sie die verschiedenen Möglichkeiten, sich am Tag ausreichend zu bewegen. Zum Beispiel Treppensteigen statt Lift, Velo statt Auto und einen kleinen Spaziergang nach dem Mittag. Versuchen Sie doch, am Tag 10'000 Schritte zu gehen. 
 

Probieren Sie es aus und sehen Sie sich gerne noch etwas weiter in unserem Magazin um. Wir publizieren laufend neue Artikel rund um das Thema Gesundheit.

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Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart
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Medical Services Manager, MSD Schweiz

Brigitte Reinhart ist ausgebildete Molekularbiologin und Gentechnologin. Sie ist sehr erfahren in angewandter medizinischer Forschung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in medizinischen Abteilungen grosser pharmazeutischer Unternehmen. Als Medical Services Manager von MSD stellt sie die Qualität und Richtigkeit der hier veröffentlichten Inhalte sicher.

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