Tipps für den Alltag mit axialer Spondyloarthritis (axSpA)

Ärzte und Therapeuten ermutigen Patienten, Experten in eigener Sache zu werden. Denn nur wer seine Krankheit kennt, kann lernen damit umzugehen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, mehr über die Erkrankung zu erfahren.

Ein paar wenige Beispiele seien hier genannt:

Es ist heutzutage möglich, das Therapiekonzept individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen. Dabei kann es hilfreich sein, sich in regelmässigen Abständen Fragen zu stellen und offen und ehrlich darüber mit dem behandelnden Rheumatologen zu sprechen. Zum Beispiel:

  • Bringen mir die Medikamente die erwünschte Linderung?
  • Wie häufig treten bei mir unter der aktuellen Medikation dennoch Symptome auf?
  • Nehme ich die Medikamente wie verordnet?
  • Mache ich regelmässig meine Übungen?
  • Kann ich die erlernten Übungen korrekt ausführen?
  • Ist meine Beweglichkeit verbessert?

Gespräche mit Menschen, die ebenfalls an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leiden, können hilfreich und motivierend sein. In einer Gruppe mit anderen Betroffenen fühlt man sich häufig verstanden und nicht mehr so sehr auf sich allein gestellt. Selbsthilfegruppen ermöglichen aber nicht nur einen Erfahrungsaustausch, sondern organisieren auch Funktionsgymnastikkurse und Fortbildungsveranstaltungen, helfen bei Fragen und Problemen mit Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern und vielem mehr. Der Kontakt lohnt sich in jedem Fall.

Hier finden Sie nähere Informationen über die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew:

Regelmässige Bewegung ist eine besonders wichtige Massnahme, da sie zahlreiche positive Auswirkungen auf die Erkrankung haben kann:

  • Versteifungen oder auch Fehlstellungen Ihrer Gelenke vorbeugen
  • Durch Stärkung der Muskulatur und Sehnen Ihre Gelenke entlasten
  • Für bessere Durchblutung der Knochen und Gelenkknorpel sorgen
  • Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden steigern.
  • Wenn Sie Sport treiben möchten, wählen Sie möglichst gelenkschonende Sportarten.
  • Wenn Sie Krafttraining an Geräten machen, setzen Sie auf weniger Gewicht und häufigere Wiederholungen.
  • Bevor Sie mit einer Sportart beginnen, sollte ein Arzt beurteilen, wie es um Ihre Wirbelsäule steht und was Ihnen guttut. Er wird Sie entsprechend Ihres Krankheitsstatus beraten und die Belastung und Trainingsdauer und -häufigkeit mit Ihnen besprechen.

Es ist wichtig, Knochenschwund (Osteoporose) zu verhindern, insbesondere bei Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Die Basis für gesunde Knochen:

  • Ausreichend Kalzium, das über die Nahrung aufgenommen werden kann, z. B. mit Milchprodukten, Hartkäse, kalziumreichem Mineralwasser, grünem Blattgemüse (wie Grünkohl, Rucola, Brokkoli)
  • Ausreichend Vitamin D, das durch Sonneneinstrahlung auf die Haut gebildet wird. Meist reicht das normale Tageslicht im Freien aus, auch wenn die Sonne nicht scheint.
  • Regelmässige Bewegung
  • Verzicht auf schädigende Einflüsse wie z. B. Nikotin

Besteht ein Kinderwunsch, besprechen Sie diesen bitte auch mit Ihrem behandelnden Arzt. Er wird Sie beraten, wie beispielsweise die optimale Vorbereitung der Familiengründung aussehen kann und welche Medikamente vor der Empfängnis bzw. während der Schwangerschaft nötig und möglich sind bzw. abgesetzt werden sollten.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko kann beispielsweise bestehen, wenn Sie:

  • Therapien anwenden, die das Abwehrsystem beeinflussen (z. B. TNFα-Hemmer)
  • mangelernährt sind
  • älter sind.
  • Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über vorbeugende Massnahmen.
  • Achten Sie insbesondere auf Reisen auf Ihre Ernährung und die Hygiene.
  • Lassen Sie Ihren Impfstatus überprüfen und nötige Impfungen vor Beginn einer Biologika-Therapie durchführen bzw. auffrischen, insbesondere mit sogenannten Lebendimpfstoffen.
  • Lassen Sie sich jährlich gegen Grippe impfen.

Nikotinverzicht lohnt sich grundsätzlich und bei Morbus Bechterew und den Frühformen der axSpA ganz besonders. Denn rauchende Patienten mit axSpA setzen sich dem Risiko eines beschleunigten Krankheitsverlaufs aus. Eine vermehrte Verknöcherung an der Wirbelsäule und somit auch stärkere Einbussen der Beweglichkeit können mit dem Tabakkonsum verbunden sein.

Manche Betroffene geben an, dass sich ihre Symptome unter Stress verschlimmern. Vermutlich liegt das daran, dass Stress den Körper vielfältig beeinflusst und die Widerstandsfähigkeit gegen Entzündungen schwächen kann.

Suchen Sie nach einem Weg, Ihrer inneren Anspannung zu begegnen – möglicherweise fördert auch eine Massage oder autogenes Training Ihr inneres Gleichgewicht. Finden Sie Ihre persönliche Entspannungsquelle und nehmen Sie sich Zeit dafür.

  • Übergewicht vorzubeugen bzw. zu reduzieren – das schont die bei dieser entzündlich-rheumatischen Erkrankung ohnehin schon belastete Wirbelsäule und die Gelenke. Ausserdem beugt dies Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechselerkrankungen vor.
  • Untergewicht vorzubeugen – chronische Entzündungen können den Körper stark schwächen und zu Gewichtsverlust führen.
  • Zusammenhänge zu beachten – wenn nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel regelmässig Beschwerden verstärkt auftreten, könnte eine Unverträglichkeit der Grund sein.
  • Professionellen Rat einzuholen – bei starkem Unter- oder Übergewicht oder bei möglichen Lebensmittelunverträglichkeiten kann eine Ernährungsfachkraft individuell und detailliert beraten.

Schritt für Schritt - Neues entdecken

Die Erfahrung zeigt, dass es nicht „den“ einen speziellen Lebensstil gibt, der für alle Menschen mit axialer SpA ratsam ist. Aber es spricht auch nichts dagegen etwas auszuprobieren und eine Ernährungs- und Bewegungsform für sich zu finden, die guttut, das Behandlungskonzept unterstützt und auch Raum für Genuss und Freude lässt.

CH-NON-00025; 04/2020

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