Symptome & Diagnose der axialen Spondyloarthritis (axSpA)

Die axiale Spondyloarthritis mit ihren beiden Formen beginnt meist mit einer Entzündung im Sakroiliakalgelenk (Kreuzdarmbeingelenk), das die Wirbelsäule mit dem Becken verbindet). Dies erklärt den fast immer tiefsitzenden Rückenschmerz als Leitsymptom zu Beginn der Erkrankung. Die ersten Anzeichen können aber sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

  • Tiefsitzender Rückenschmerz, der bevorzugt nach längerer Ruhe, also nachts oder in den frühen Morgenstunden auftritt (Aufwachen in der 2. Nachthälfte)
  • Besserung durch Bewegung, keine Verbesserung in Ruhe
  • Kein plötzlich einsetzender Rückenschmerz, sondern langsamer, schleichender Beginn im Verlauf der Zeit
  • Morgensteifigkeit des Rückens von mindestens 30 Minuten oder länger
  • Andauern der Schmerzen von mehr als drei Monaten (chronischer Rückenschmerz)
  • Wechselseitige Gesässschmerzen
  • Alter bei Beginn ≤ 45 Jahre

Weitere typische Symptome:

  • Andere Gelenke
    Neben der Wirbelsäule können schmerzhafte Entzündungen auch an anderen Gelenken wie z. B. Hüfte oder Schulter, seltener auch Finger und Zehen auftreten.
     
  • Sehnen
    Häufig treten auch Entzündungen an den Sehnenansätzen auf – typisch ist hier beispielsweise die Druckschmerzhaftigkeit der Achillessehne.
     
  • Augenentzündungen
    Eine axSpA kann auch mit einer bestimmten Augenentzündung einhergehen. Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und Rötung werden als mögliche Beschwerden beschrieben. Typischerweise ist nur ein Auge betroffen.
     
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
    Ein kleiner Teil der Patienten mit ankylosierender Spondyloarthritis kann mit der Zeit eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) entwickeln.
     
  • Müdigkeit
    Chronische Entzündungen stellen eine starke Belastung für den Körper dar. Sie kosten Kraft und haben oftmals eine als belastend empfundene Müdigkeit und Abgeschlagenheit zur Folge.
     
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
    Bei knapp 10 % der Patienten kann ebenso die Haut betroffen sein.

Den Beginn einer axSpA als solche zu erkennen, kann eine Herausforderung darstellen. Aufgrund der manchmal unspezifischen Beschwerden und der Häufigkeit von Rückenschmerzen in der Bevölkerung im Allgemeinen wird diese entzündlich-rheumatische Erkrankung nicht immer sofort erkannt. Dabei ist eine frühe Diagnose und eine möglichst frühzeitige spezifische Therapie entscheidend für den Krankheitsverlauf.

Besteht die Vermutung einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, wird der betreuende Hausarzt in der Regel eine Überweisung zum Facharzt, einem Rheumatologen, veranlassen.

Ein einzelner Test, der wegweisend für die Diagnose der axSpA wäre, existiert leider nicht. Viele Informationen werden daher wie Puzzlesteine zusammengesetzt und geben die nötigen Hinweise für das Vorliegen der Erkrankung. Dazu gehören:

  • Vorgeschichte: Beschwerden und andere Erkrankungen in der Vergangenheit.
  • Familienanamnese: Gibt es Verwandte mit rheumatischen Erkrankungen des Bewegungsapparates oder anderen chronisch-entzündlichen Krankheiten wie z. B. Schuppenflechte oder Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?
  • Körperliche Untersuchung: Beweglichkeit der Wirbelsäule und die Körperhaltung werden beurteilt.
  • Blutuntersuchung (Laborbefunde):
    • Nachweis des genetischen Markers HLA-B27, der einen Hinweis auf eine axSpA gibt, jedoch kein Beweis ist. Ähnlich wie bei Blutgruppen ist jeder Mensch sein ganzes Leben lang entweder HLA-B27-positiv oder -negativ.
    • Bestimmung von sogenannten Entzündungsmarkern im Blut können einen Hinweis auf eine bestehende Entzündung geben. Die erhöhten Werte können im Zusammenhang mit einer axSpA stehen, sind aber nicht spezifisch für diese Erkrankung.
  • Bildgebung: Welche Art der Bildgebung eingesetzt wird, hängt von individuellen Faktoren und konkreten Fragestellungen ab.
    • Durch Röntgenuntersuchungen können strukturelle Schäden zum Beispiel an den Kreuzdarmbeingelenken oder der Wirbelsäule erkannt werden. Entzündliche Veränderungen lassen sich aber gerade zu Beginn der Erkrankung noch nicht im Röntgenbild nachweisen, daher auch die Bezeichnung nicht-radiographische axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA). Bei der fortgeschrittenen Form der Erkrankung, der ankylosierenden Spondylitis, ist die Röntgenaufnahme meistens ein ausreichendes technisches Hilfsmittel.
    • Als technisch empfindlichste Methode gilt heute die Magnetresonanztomografie (MRT). Insbesondere in der Frühphase der Erkrankung kann sie mehr Aussagekraft bezüglich entzündlicher Veränderungen haben als eine Röntgenuntersuchung.
    • Die Ultraschalluntersuchung kann ein wichtiges Instrument für die Beurteilung des Skeletts, mit Ausnahme der Wirbelsäule, sein. Entzündliche Veränderungen oder ein Erguss können festgestellt werden.

Schätzungsweise 80.000 Menschen sind in der Schweiz von Morbus Bechterew betroffen.
Durchschnittlich dauert es 5 – 6 Jahre, bis eine Diagnose gestellt werden kann und auch heute noch lebt die grosse Mehrheit mit der Krankheit, ohne dies zu wissen.

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CH-NON-00025; 04/2020

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