Therapieoptionen bei Autoimmunerkrankungen

Zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen gibt es verschiedene Optionen. Medikamente, Bewegungstherapie, Ernährungsumstellung und psychologische Unterstützung zählen dazu. Welche Therapieformen für die entsprechende Autoimmunerkrankung und den individuellen Krankheitsverlauf am besten geeignet sind, legen Ärzte und Patient gemeinsam fest.

 

Aktualisiert am 3.8.2020 I 7 Minuten Lesezeit

Auch wenn Wissenschaftler alles daran setzen, Autoimmunerkrankungen heilen zu können, ist das bis heute nicht der Fall. Da immer noch unklar ist, was genau die Autoimmunreaktionen auslöst, ist die Behandlung der Ursachen der Erkrankung nicht möglich. Die heute verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten konzentrieren sich darauf, Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Häufig werden medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsformen kombiniert.

Wie Autoimmunerkrankungen behandelt werden können

Bewegungstherapie

Besonders bei Autoimmunerkrankungen der Wirbelsäule, wie zum Beispiel der axialen Spondyloarthritis, tragen regelmässige Gymnastikübungen wesentlich zum Therapieerfolg bei. Die Übungen helfen, die Beweglichkeit zu verbessern und einer Versteifung der Wirbelsäule oder anderen möglichen Spätfolgen der Erkrankung entgegenzuwirken.

Medikamente zur Entzündungshemmung

Das oberste Behandlungsziel einer Autoimmunerkrankung ist die Entzündungshemmung. Sie soll das Voranschreiten der Erkrankung verhindern und zu einer Linderung der Beschwerden führen. Dazu wird häufig Kortison eingesetzt.

Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva)

Es gibt viele verschiedene Immunsuppressiva. Sie werden eingesetzt, um das Immunsystem zu unterdrücken, damit es keinen Schaden anrichtet. Allerdings unterdrücken diese Medikamente nicht nur die Autoimmunreaktion, sondern auch die Fähigkeit des Körpers, sich gegen fremde Substanzen zu verteidigen, z. B. gegen Infektionen verursachende Mikroorganismen und Krebszellen. Infolgedessen steigt das Risiko für bestimmte Infektionen und Krebsarten.

Blutwäsche

Bei einer Blutwäsche, die mithilfe eines Dialysegerätes (ein spezielles medizinisches Gerät) möglich ist, werden Antikörper aus dem Blut ausgewaschen, um das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ernährungsumstellung

Bei Autoimmunerkrankungen des Darms, wie zum Beispiel Zöliakie, Morbus Crohn oder axiale Spondyloarthritis und bei Autoimmunerkrankungen der Gelenke, wie zum Beispiel bei der rheumatoiden Arthritis, kann eine Ernährungsumstellung wesentlich zum Wohlbefinden der Patienten beitragen.

Lichttherapie

Die Lichttherapie wird zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) angewandt, wenn die entzündeten Hautstellen auf Salben allein nicht ausreichend ansprechen.

Verhaltenstherapie

Chronische Schmerzen können sich stark auf die Psyche der Betroffenen auswirken. Gerade Autoimmunerkrankungen des Darms sind mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Psychologische Unterstützung kann hier sehr hilfreich sein und die Patienten auf ihrem Weg begleiten. 

Welche Therapieform für die entsprechende Autoimmunerkrankung und den individuellen Krankheitsverlauf am besten geeignet scheint, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ihr Arzt wird Ihnen die verschiedenen Optionen erklären und Ihr Behandlungsschema mit Ihnen festlegen.

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Medizinisch geprüft von Dr. rer. nat. Brigitte Reinhart, Medical Services Manager, MSD Schweiz

Brigitte Reinhart ist ausgebildete Molekularbiologin und Gentechnologin. Sie ist sehr erfahren in angewandter medizinischer Forschung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in medizinischen Abteilungen grosser pharmazeutischer Unternehmen. Als Medical Services Manager von MSD stellt sie die Qualität und Richtigkeit der hier veröffentlichten Inhalte sicher.

 


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