Rheumatoide Arthritis – Symptome und Diagnose

Wie macht sich eine rheumatoide Arthritis bemerkbar? Welche typischen Symptome treten auf? Was tun, wenn Anzeichen der Erkrankung da sind? Wie wird die rheumatoide Arthritis diagnostiziert? Hier erfahren Sie mehr.

 

Aktualisiert am 25.9.2020 I 5 Minuten Lesezeit

Rheumatoide Arthritis ist eine komplexe Erkrankung mit vielen unterschiedlichen Verlaufsformen. Sie kann langsam schleichend oder plötzlich in heftigen Schüben auftreten.


Typische Symptome der rheumatoiden Arthritis:

  • Schmerzhafte, warme, gerötete und geschwollene Gelenke
  • Morgensteife der Gelenke, die länger als 30 Minuten andauert
  • Beschwerden auf beiden Seiten des Körpers (z.B. beide Handgelenke oder beide Knie)

Prinzipiell können bei der rheumatoiden Arthritis alle Gelenke betroffen sein, am häufigsten kommt es aber zur Entzündung der Hand- und Fingergelenke.
 

Allgemeine Symptome:

Neben den Gelenkschmerzen kann ein allgemeines Krankheitsgefühl mit folgenden Symptomen auftreten:
 

Leichtes Fieber

Eine erhöhte Körpertemperatur tritt meist als Nebeneffekt bei der Abwehr eindringender Viren oder anderer als fremd erkannter Substanzen im Körper auf. Auch Entzündungsvorgänge im Körper können sich in Fieber äussern.
 

Müdigkeit und Erschöpfung

Rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung. Mangelnde Schlafqualität aufgrund von Schmerzen kann zu Müdigkeit und Erschöpfung führen.
 

Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

Schmerzen, allgemeines Unwohlsein und die Einnahme von Medikamenten kann zu Appetitlosigkeit und schliesslich zu einem Gewichtsverlust führen.

Möglicherweise treten weitere Probleme auf, die nichts mit den Gelenken zu tun haben. Beispielsweise kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Gerötete, gereizte Augen
  • Herz- oder Lungenprobleme, die Brustschmerzen bzw. Atembeschwerden auslösen
  • Hautverhärtungen an Armen und Beinen


Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

Wenn Sie Gelenkschmerzen und -schwellungen in einem oder mehreren Gelenken verspüren, sollten Sie Ihren Hausarzt kontaktieren. Er wird Sie bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis an einen Rheumatologen überweisen. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung sind sehr wichtig. Denn die Aussicht auf einen Therapieerfolg ist am grössten, wenn in den ersten drei Monaten nach Krankheitsbeginn mit einer wirksamen Behandlung begonnen wird.

Diagnose der rheumatoiden Arthritis

Es gibt nicht den «einen» Test, um die rheumatoide Arthritis zu diagnostizieren. Eine sichere Diagnose kann anhand typischer Symptome und bestimmter rheumatologischer Untersuchungsbefunde gestellt werden. Dafür stehen dem Arzt verschiedene Untersuchungsmethoden und Tests zur Verfügung.
 

Untersuchungen und Tests zur Diagnose der rheumatoiden Arthritis:


Krankengeschichte des Patienten (Anamnese)

Die Krankheitsgeschichte des Patienten gibt wichtige Anhaltspunkte, um den Verdacht einer rheumatoiden Arthritis zu bestärken.
 

Folgende Faktoren aus der Krankheitsgeschichte sind wichtig für die Diagnose:

  • Haben oder hatten Familienmitglieder rheumatoide Arthritis oder eine andere chronisch-entzündlich rheumatische Erkrankung?
  • Welche Gelenke schmerzen und sind geschwollen? Ist ein Gelenk betroffen oder mehrere?
  • Wann traten die Schwellungen zum ersten Mal auf?
  • Treten die Gelenkschmerzen vor allem in Ruhe, nachts oder am frühen Morgen auf?
  • Ändern sich die Schmerzen während des Tages (Besserung tagsüber oder Dauerschmerz)?
  • Beeinflussen Wärme, Kälte, Bewegungen oder Belastungen die Schmerzen?
  • Sind Schmerzen und Schwellungen seit Beginn schlimmer geworden?
  • Traten zu  Beginn der Erkrankung andere Symptome wie Durchfall, Kopfschmerzen oder Fieber auf? Gibt es einen Zusammenhang mit einer anderen Erkrankungen?
     

Blutuntersuchungen

Laboruntersuchungen des Blutes können Rheumafaktoren und Entzündungsmarker nachweisen. Eine neuere Methode misst die Antikörper im Blut, die bei einer rheumatoiden Arthritis vorhanden sein können.
 

Röntgenuntersuchung oder Magnetresonanztomographie (MRI)

Mithilfe von Röntgenuntersuchungen oder zur Beurteilung spezifischer Fragestellungen mit Magnetresonanztomographie, erkennt der Rheumatologe Veränderungen und Schädigungen an Knochen und Knorpelgewebe.
 

Ultraschalluntersuchungen

Ultraschalluntersuchungen informieren über den Zustand der Weichteile. Im Ultraschall sind eine verdickte Gelenkschleimhaut, vermehrte Gelenkflüssigkeit und -durchblutung sowie kleine Schadstellen im gelenknahen Knochen erkennbar. Diese Schadstellen werden Erosionen genannt.

Für eine wirksame Behandlung der rheumatoiden Arthritis ist es entscheidend, dass die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und von einem Rheumatologen behandelt wird. Betroffene sollten deshalb bei Krankheitsanzeichen möglichst umgehend einen Arzt aufsuchen.

Medizinisch geprüft von Daniel Koch, Senior Specialist Medical Affairs, MSD Schweiz

Daniel Koch ist seit über 35 Jahren in verschiedenen Positionen in der Pharmabranche tätig, davon seit 30 Jahren bei MSD. Seit 2011 arbeitet er als Senior Specialist Medical Affairs im Bereich der Immunologie mit den dazugehörigen chronisch entzündlichen Erkrankungen axiale Spondyloarthritis, rheumatoide Arthritis und Psoriasis Arthritis.

 


CH-NON-00024; 09/2020

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