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Hier finden Sie aktuelle Hinweise der Patientenorganisation Crohn Colitis Schweiz zum Coronavirus (COVID-19).

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Der gesamte Verdauungstrakt vom Mund bis zum After kann davon betroffen sein. In den meisten Fällen sind der untere Dünndarm (Ileum) und der obere Dickdarm (Kolon) betroffen.

Die Entzündung kann an den betroffenen Abschnitten alle Darmwandschichten erfassen. An diesen Stellen ist die Darmwand stark verdickt und mit Entzündungszellen besiedelt.

Bedingt durch die chronische Entzündung sind die normalen Funktionen des Verdauungstraktes  beeinträchtigt. Dadurch kann es zu einer Beeinträchtigung der Aufnahme von Wasser, Mineralstoffen und anderer wichtiger Bestandteile der Nahrung kommen. Die Symptome werden bestimmt durch:

  • den Ort des Auftretens im Verdauungstrakt
  • das Ausmass und die Schwere der Erkrankung
  • das Vorhandensein von Begleiterkrankungen
  • das Vorhandensein von Komplikationen, wie Verengungen (Stenosen), Fisteln und/oder Abszessen (Eiteransammlungen).

Zu Beginn der Erkrankung treten meist nur unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfälle auf. Auch eine Blinddarmentzündung, infektiöse Darmerkrankungen, ein Reizdarmsyndrom oder eine Colitis ulcerosa können so beginnen. Vor allem das weitere Bestehen der Beschwerden und entsprechende Untersuchungen lassen aber an Morbus Crohn denken.

Häufigkeit

In der Schweiz gehört Morbus Crohn zusammen mit Colitis ulcerosa zu den häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Insgesamt leiden über 40 000 Menschen an einer CED. 

Wo bekomme ich Rat und Hilfe?

  • Es gibt viele Betroffene, die Ihr Schicksal teilen. Suchen Sie als Patientin oder Patient den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe. Sie finden dort verständnisvolle Gesprächspartner, auch in lhrer Altersklasse.

Hier erfahren Sie mehr über die Selbsthilfegruppe Crohn Colitis Schweiz:

In den letzten Jahren ist es Wissenschaftlern gelungen, die Vorgänge der chronischen Entzündung im Darm näher aufzuklären. Erst mit diesem Wissen wurde es möglich, Medikamente zu entwickeln, die ganz gezielt Botenstoffe ausschalten, die für die Steuerung der Entzündung verantwortlich sind.

Das normale Darmgewebe enthält viele Zellen des lmmunsystems als Schutz gegen körperfremde Substanzen. Gegen körpereigene Antigene (vor allem auch Bestandteile der Darmflora) besteht aber normalerweise eine lmmuntoleranz, d. h. das lmmunsystem reagiert nicht auf diese. Dieses Gleichgewicht ist bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn erheblich gestört. In der Darmschleimhaut befinden sich viele lmmunzellen, wie z. B. weisse Blutzellen (T-Lymphozyten, B-Lymphozyten) und Fresszellen (Phagozyten, z. B. Monozyten und Makrophagen). Die lmmunzellen benutzen Botenstoffe, so auch Zytokine, um miteinander Signale auszutauschen. Diese Botenstoffe binden sich an spezifische Proteine (Eiweisse) - sogenannte Rezeptoren - auf der Oberfläche von Zellen und bewirken dadurch verschiedene Zellreaktionen. Sie können eine entzündungsfördernde, wie auch eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Die chronische Entzündung im Darm ist ein komplizierter und komplexer Vorgang. An der Entzündung im Darm sind eine Vielzahl von Abwehr- und Entzündungszellen sowie Botenstoffe beteiligt. Ist die Darmoberfläche erst einmal angegriffen, können Bakterien, Viren und andere Schadstoffe in die Darmwand eindringen. Bei einem intakten lmmunsystem wird die Entzündung eingedämmt und der Darm kann wieder heilen. Ein «gestörtes» lmmunsystem kann diese Aufgabe nicht mehr erledigen - einmal in Gang gesetzt, laufen unterschiedliche Prozesse wie in einer Kaskade ab und erhalten sich selbst aufrecht.

lnsbesondere die Botenstoffe Tumornekrosefaktor alpha (TNFα), Interleukin 1 und Interleukin 6 intensivieren die Entzündungsreaktion bei Morbus Crohn. Bei Patienten mit Morbus Crohn konnte TNFα in grossen Mengen in den entzündeten Darmabschnitten und im Stuhl nachgewiesen werden. Dies belegt, dass dieser Botenstoff in unmittelbarer Umgebung des Krankheitsgeschehens vermehrt gebildet wird und aktiv ist.

Bei Morbus Crohn kann der gesamte Verdauungstrakt vom Mund bis zum After unter Minderung der Funktion betroffen sein. Häufig findet sich die Entzündung gleichzeitig in zwei oder mehreren Teilen des Verdauungstraktes. Charakteristisch für Morbus Crohn ist, dass sich gesunde Bereiche mit befallenen Regionen abwechseln. Typisch ist eine unspezifische Entzündung, die auf die gesamte Darmwand übergreift und im fortgeschrittenen Zustand zur Verdickung und Starrheit der Darmwand führt. Infolgedessen kann es zu Schrumpfungen, Verengungen und Verwachsungen der Darmschlingen mit Bildung von Geschwüren kommen. Ein Teil der Patienten entwickelt sogenannte Fisteln (unnatürliche Verbindungen zwischen Körperhöhlen, Organen oder der Haut).

CH-NON-00028; erstellt im September 2019

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