Was ist Morbus Crohn?

Was bedeutet Morbus Crohn? Wie häufig kommt die Krankheit vor und wer kann davon betroffen sein? Wie entsteht Morbus Crohn? Was passiert bei der Erkrankung im Körper und wie verläuft sie? Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen.

 

Aktualisiert am 26.11.2020 I 7 Minuten Lesezeit

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die in unregelmässigen Schüben (Phasen mit höherer Krankheitsaktivität) verläuft. Der gesamte Verdauungstrakt vom Mund bis zum After kann davon betroffen sein. In den meisten Fällen sind der untere Dünndarm und der obere Dickdarm betroffen.

Morbus Crohn ist chronisch (griechisch «chronos» = lang andauernd). Die wiederkehrenden Entzündungen können dazu führen, dass sich die Darmwände verändern und dicker werden. Dadurch können sich Engstellen bilden, die den Verdauungsprozess beeinträchtigen und die Nährstoffaufnahme einschränken. Bei stärkeren Entzündungen können sich auch Fisteln (krankheitsbedingte Verbindungsgänge, die meistens von den Darmschlingen ausgehen und an die Körperoberfläche, z. B. im Bereich um den After münden) bilden. Fisteln können auch den Darm mit anderen Organen, z. B. mit der Harnblase verbinden oder zwischen verschiedenen Darmschlingen auftreten.
 

Morbus Crohn ist eine der häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

In der Schweiz gehört Morbus Crohn zusammen mit Colitis ulcerosa zu den häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Insgesamt leiden über 40 000 Menschen an einer CED. Die Erkrankung betrifft oft jüngere Personen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, wobei das Verhältnis zwischen Frauen und Männern ausgeglichen erscheint.
 

Wie entsteht Morbus Crohn?

Bei einem Darminfekt wehren sich die Immunzellen des Körpers, um die krankheitserregenden Keime wieder loszuwerden. Die dadurch entstehende Entzündung flacht nach erfolgreicher Beseitigung der Keime wieder ab. Bei diesem Prozess geben Botenstoffe des Immunsystems Signale weiter, die den Entzündungsprozess starten, unterhalten und kontrollieren.

Bei Morbus Crohn ist die körperliche Abwehr gestört. Die Botenstoffe des Immunsystems regen unter anderem ihre eigene Nachproduktion an, womit die Entzündung in Gang gehalten und intensiviert wird – wie in einem Teufelskreis. Die Entzündung wird chronisch.
 

Wie verläuft Morbus Crohn?

Zu Beginn der Erkrankung treten meist nur unspezifische Beschwerden auf wie Durchfälle, Bauchschmerzen oder Gewichtsverlust. Symptome, die wieder vergehen können und auch auf eine Magen-Darm-Verstimmung hindeuten können. Bestehen die Beschwerden aber über längere Zeit oder kommen sie immer wieder, so muss der Verdacht einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung näher untersucht werden.

Morbus Crohn tritt meist schubartig auf. Dabei sind die Dauer der beschwerdefreien Phasen sowie der Zeitpunkt eines erneuten Schubs (Phase mit höherer Krankheitsaktivität) nicht vorhersehbar.
 

Komplikationen bei Morbus Crohn

Je nach Schwere der Erkrankung können bei Morbus Crohn verschiedene Komplikationen auftreten.

Dazu zählen: 

  • Fisteln (krankheitsbedingte Verbindungsgänge, die meistens von den Darmschlingen ausgehen und an die Körperoberfläche, z. B. im Bereich um den After münden)
  • Stenosen (Engstellen im Darm)
  • Obstruktion (Darmblockierung)
  • Perforation (Riss im Darm)
  • Abszesse (mit Eiter gefüllte Taschen)
  • Analfissuren (Risse in der Haut des Afters)

Einige Patienten werden im Verlauf ihrer Erkrankung operiert, um Fisteln (krankheitsbedingte Verbindungsgänge, die meistens von den Darmschlingen ausgehen und an die Körperoberfläche, z. B. im Bereich um den After münden), zu behandeln oder um enge oder funktionslos gewordene Darmabschnitte zu entfernen.

Dank der heute zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten kann die Erkrankung in vielen Fällen gut kontrolliert und in einem beschwerdefreien oder beschwerdearmen Zustand gehalten werden.

Darmkrebsfrüherkennung und -vorsorge sind bei Morbus Crohn wichtig
 

Patienten mit Morbus Crohn haben ein erhöhtes Risiko für ein Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs). Deshalb sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, wann und wie regelmässig bei Ihnen eine Vorsorgeuntersuchung ratsam ist.

Generell empfiehlt die Schweizerische Krebsliga die Darmkrebsfrüherkennung für Frauen und Männer ab 50 Jahren. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten für Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen bei Personen im Alter von 50 bis 69 Jahren. Es werden alle zwei Jahre ein «Blut-im-Stuhl-Test» oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung bezahlt. Die Franchise und der Selbstbehalt gehen zulasten der Versicherten.

Medizinisch geprüft von Daniel Koch, Senior Specialist Medical Affairs, MSD Schweiz

Daniel Koch ist seit über 35 Jahren in verschiedenen Positionen in der Pharmabranche tätig, davon seit 30 Jahren bei MSD. Seit 2011 arbeitet er als Senior Specialist Medical Affairs im Bereich der Immunologie mit den dazugehörigen chronisch entzündlichen Erkrankungen axiale Spondyloarthritis, rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis.

 


CH-NON-00028, 11/2020

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