Was ist Colitis ulcerosa?

Was bedeutet Colitis ulcerosa? Welche Formen werden unterschieden? Wie viele Menschen sind davon betroffen? Was passiert bei der Erkrankung und wie verläuft sie? Kann es zu Komplikationen kommen? Hier erhalten Sie Antworten auf diese Fragen.

 

Aktualisiert am 21.10.2020 I 7 Minuten Lesezeit

Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms, bei der sich Geschwüre in der Darmschleimhaut bilden können. Die Krankheit verläuft in Schüben und kann blutig-schleimige Durchfälle, Bauchschmerzen, ständiger Stuhldrang und Krämpfe verursachen.


Colitis ulcerosa gehört zu den Autoimmunerkrankungen, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift und so die Entzündung auslöst. Diese Entzündung beginnt meist im Enddarm und kann sich von dort über den gesamten Dickdarm in Richtung Magen ausdehnen. Am Anfang des Dickdarms kommt die Colitis ulcerosa zum Stillstand. Damit unterscheidet sie sich von der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn, die alle Bereiche des Verdauungstrakts befallen kann.
 

Bei der Colitis ulcerosa unterscheidet man folgende Formen:


Proktitis ulcerosa

Wenn bei Colitis ulcerosa ausschliesslich der Enddarm von der Entzündung betroffen ist, sprechen Mediziner von einer Proktitis ulcerosa.

Proktosigmoiditis

Als Proktosigmoiditis wird eine Colitis ulcerosa bezeichnet, deren Entzündung den Mastdarm und den letzten Teil des Dickdarms, das Sigma (unteres S-förmiges Ende des Dickdarms), erreicht.

Linksseitige Colitis

Die Entzündung vom Enddarm aufwärts durch das Sigma und den absteigenden Dickdarm bis zur linken Krümmung des Dickdarms wird als linksseitige Colitis bezeichnet.

Pancolitis

Bei einer sogenannten Pancolitis ist der gesamte Dickdarm entzündet.


Was bedeutet «Colitis ulcerosa»?

Das Wort „Colitis" setzt sich aus den griechischen Bezeichnungen „Colon" =Dickdarm und „itis" = Entzündung zusammen. Das Wort „ulcerosa" stammt vom lateinischen „ulcus"  und bedeutet Geschwür.

Es gibt zwei Haupttypen von entzündlichen Darmerkrankungen (CED) - Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

  • Colitis ulcerosa ist weltweit häufiger als Morbus Crohn.

  • Während sich die Entzündung bei einer Colitis ulcerosa auf den Dickdarm beschränkt, kann sie bei Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum After betreffen.

Wie häufig ist Colitis ulcerosa?

In der Schweiz gehört Colitis ulcerosa zusammen mit Morbus Crohn zu den häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Mehr als 40000 Menschen sind davon betroffen.

Colitis ulcerosa kann bei jeder Person und in jedem Alter auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich zwischen dem 15ten und 30ten Lebensjahr oder mit über 60 Jahren entwickelt, ist jedoch grösser.

Männer und Frauen erkranken etwa gleich oft an Colitis ulcerosa.
 

Verlauf der Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa ist eine chronische, also wiederkehrende Erkrankung, die meist in Schüben verläuft. Das heisst die Darmschleimhaut ist phasenweise entzündet und erholt sich dann wieder. Wie sich die Krankheit entwickelt, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Zu Beginn der Erkrankung treten meist nur unspezifische Beschwerden wie Schleimbeimengungen beim Stuhlgang, Blähungen, ein vermehrter Stuhldrang und leichte Bauchschmerzen auf. Symptome, die wieder vergehen können und auch auf eine Magen-Darm-Verstimmung hindeuten können.

Durch die chronische Entzündung des Dickdarms und des Enddarms kann es im weiteren Verlauf zu Durchfällen mit stärkeren Schleim- und Blutbeimengungen und einem beständigen Drang zur Stuhlentleerung kommen. Häufig setzen  vor dem Stuhlgang heftige, krampfartige Bauchschmerzen ein, die sich nach der Entleerung bessern.


Komplikationen bei Colitis ulcerosa

Bei Colitis ulcerosa kann es zu Komplikationen kommen, die lebensbedrohliche Ausmasse annehmen.

Mögliche Komplikationen sind:

  • schwere Darmblutungen
  • fulminante Entzündungen mit starker Dickdarmerweiterung (toxisches Megakolon)
  • Darmdurchbruch (Perforation)
  • Dickdarmkrebs

Treten solche Komplikationen auf, empfiehlt sich eine Operation. Aufgrund der heute verfügbaren therapeutischen Möglichkeiten, treten solche Komplikationen nur noch selten auf.

Experten regelmässig einbeziehen
 

Regelmässige Untersuchungen ermöglichen dem Facharzt, den weiteren Verlauf dieser entzündlich-rheumatischen Erkrankung zu beurteilen, bei Bedarf die Therapie anzupassen und gegebenenfalls weitere Experten hinzuziehen (z. B. Augenarzt, Hautarzt, Chirurg).

Medizinisch geprüft von Daniel Koch, Senior Specialist Medical Affairs, MSD Schweiz

Daniel Koch ist seit über 35 Jahren in verschiedenen Positionen in der Pharmabranche tätig, davon seit 30 Jahren bei MSD. Seit 2011 arbeitet er als Senior Specialist Medical Affairs im Bereich der Immunologie mit den dazugehörigen chronisch entzündlichen Erkrankungen axiale Spondyloarthritis, rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis.

 


CH-NON-00027; 10/2020

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