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Noch Fragen? Hier findest du die häufigsten Fragen und Antworten zu Symptomen, Schutz und Behandlung von Genitalwarzen (Feigwarzen), Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten im Genitalbereich.

Was ist HPV?

Dieser Begriff bezeichnet einen Virus, das Humane Papillomavirus. Es ist sehr verbreitet, und es gibt über 200 Typen davon. Etwa 40 dieser Typen befallen den Genitalbereich. Einige HPV-Typen verursachen Warzen an Händen und Füssen, andere sind sexuell übertragbar. Bei Letzteren unterscheidet man zwischen zwei Gruppen: Die einen verursachen Genitalwarzen (Feigwarzen) oder Oralwarzen, die anderen können vor allem zu Gebärmutterhalskrebs führen, aber auch zu Scheiden-, Penis-, Anal- und Rachenkrebs.

Genitale HP-Viren werden durch Haut- und Schleimhautkontakt übertragen. Dies geschieht meistens beim Intim- oder Geschlechtsverkehr und zwar auch ohne dass du Sex hast. Sie können auch beim Oralsex übertragen werden und so den Rachen infizieren.

Infektionen mit HPV sind die häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. 70 bis 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen stecken sich irgendwann im Verlauf ihres Lebens mit HPV an.

Hochrisiko-HPV-Typen können die Zellen der Scheide, der Schamlippen, des Anus und des Gebärmutterhalses infizieren. In den meisten Fällen kann der Körper das Virus eliminieren. Gelingt ihm das aber nicht, ruft das Virus unter Umständen Veränderungen hervor, die als Krebsvorstufe bezeichnet werden. Wenn eine Behandlung ausbleibt, kann daraus Krebs entstehen. Gebärmutterhalskrebs ist die häufigste HPV-verursachte Krebsform. Er wird fast ausschliesslich durch HP-Viren ausgelöst: Der deutsche Arzt und Forscher Harald zur Hausen wurde für diese Entdeckung 2008 mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin ausgezeichnet.

Zwei HPV-Typen (16 und 18) verursachen rund 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs; ungefähr 20 Prozent werden durch sechs HPV-Typen (31, 33, 35, 45, 52, 58) und die verbleibenden 10 Prozent durch etwa zehn andere HPV-Typen verursacht.

Gebärmutterhalskrebs wird fast ausschliesslich durch HP-Viren verursacht; 2008 erhielt der Arzt und Forscher Harald zur Hausen den Nobelpreis für Medizin für diese Entdeckung. Gebärmutterhalskrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen und der häufigste HPV-bedingte Krebs. In der Schweiz bekommt im Schnitt jeden Tag eine Frau die Diagnose Gebärmutterhalskrebs, jährlich sterben 80 daran. Ausserdem erhalten in der Schweiz jedes Jahr 5000 Frauen die Diagnose von hochgradiger Gebärmutterhalskrebsvorstufe und müssen sich weiteren Untersuchungen oder Operationen unterziehen. Gebärmutterhalskrebs beginnt im Gebärmutterhals, dem unteren Teil der Gebärmutter. Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Krebsarten, die frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden können. Es ist daher wichtig, dass jede Frau bei ihrem/ihrer Frauenarzt/Frauenärztin regelmässige Vorsorge-Tests machen lässt.

In den meisten Fällen treten überhaupt keine Symptome auf und das HPV-Virus verschwindet von selbst. Manchmal kann HPV aber Genitalwarzen (Feigwarzen) oder Krebsvorstufen, z.B. im Gebärmutterhals oder im After, verursachen. Bei Mädchen und Frauen können Auffälligkeiten (zum Beispiel mittels Screening mit einem Pap- oder HPV-Test) im Gebärmutterhals bei gynäkologischen Kontrolluntersuchungen frühzeitig erkannt werden. Bei Jungen und Männern sind die Warzen auf dem Penis sichtbar.

Im Analbereich bleibt eine HPV-Infektion oft unbemerkt. Entwickelt sich ein Analkrebs, können verschiedene Symptome wie Blutungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schwellung der Lymphknoten in der Anal- oder Leistengegend auftreten.

Genitalwarzen (Feigwarzen) sind blumenkohlartige (manchmal auch flache) Gewebewucherungen, die sich im Genitalbereich oder am After bilden können. Je nach sexuellen Praktiken kann das HP-Virus jedoch auch im Oralbereich übertragen werden. Die Warzen sind ungefährlich, aber eher unschön. Häufig sind sie schmerzlos, können sich aber sehr selten durch Juckreiz oder Brennen bemerkbar machen. Die Behandlung von Genitalwarzen (Feigenwarzen) dauert wegen Rückfällen oft mehrere Monate und ist manchmal schmerzhaft. Die Warzen werden zu 90 Prozent durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht.

Ja, neben Gebärmutterhalskrebs spielen sie auch eine Rolle bei der Entwicklung einiger anderer Krebsarten. Das gilt für einen Teil der Anal-, Scheiden-, Penis- und Rachenkrebse. Es gibt Hinweise, dass HP-Viren auch die Entwicklung weiterer Krebsarten begünstigen können, aber das wird noch untersucht.

Bestimmte HP-Viren können verschiedene Krebsformen im Anal, Genital- oder Hals-Rachenbereich auslösen. In den meisten Fällen kann der Körper das Virus jedoch nach einer Infektion eliminieren. Gelingt ihm das nicht, dringt das Virus in die Zellen der Schleimhaut ein und kann Zellveränderungen bewirken, die unter Umständen zu einer Krebsvorstufe führen. Wenn eine Behandlung ausbleibt, können die Zellschädigungen entweder abklingen und von selber verschwinden oder sie können sich ausbreiten und sich langsam zu Krebs entwickeln. Diese Entwicklung kann mehrere Jahre dauern.

Die Vorstufen des Krebses sind ohne Symptome. Erst fortgeschrittene Stadien können zum Beispiel im Falle von Gebärmutterhalskrebs Symptome wie Blutungen, übelriechende Ausflüsse, Schmerzen und unerklärlichen Gewichtsverlust hervorrufen. Meistens haben solche Symptome jedoch weniger schlimme Ursachen.

Es gibt kein Medikament, um das Virus auszumerzen, aber in den meisten Fällen verschwindet die Infektion nach einer gewissen Zeit (bis zu zwei Jahren) von selbst. Hingegen ist es möglich, die Genitalwarzen und die Krebsvorstufen zu behandeln, indem man die abnormen Zellen entfernt (Laser, Chirurgie, Konisation). Im Allgemeinen wird die Behandlung von Gebärmutterhalskrebsvorstufen gut vertragen, doch die zurückbleibenden Narben können Fehl- und Frühgeburten begünstigen.

Die Impfung kann einen guten Schutz bieten gegen HPV-Typen, die für den grössten Teil der von HPV verursachten Krebsarten verantwortlich sind. Kondome bieten nur einen begrenzten Schutz (ca. 70 Prozent), da das HP-Virus die Haut des ganzen Genitalbereichs befallen kann. Präservative reduzieren jedoch das Infektionsrisiko und sind unverzichtbar, um andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Aids oder Syphilis zu vermeiden.

Zwei verschiedene Impfstoffe können vor zwei HPV-Typen (HPV-16 und HPV-18, sogenannte Hochrisiko-Typen) schützen, die für verschiedene HPV-bedingten Krebsformen verantwortlich sein können. Einer der Impfstoffe kann zudem auch vor zwei weiteren HPV-Typen (HPV-6 und HPV-11) schützen, die Genitalwarzen (Feigwarzen) verursachen können.

Man geht davon aus, dass die HPV-Impfung von 80 Prozent der Mädchen ab dem Alter von 11 Jahren dazu beitragen würde, in der Schweiz pro Jahr rund 2’000 Behandlungen von Krebsvorstufen, 140 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs und etwa 50 Todesfälle zu vermeiden.

Die Impfung ist für alle Jugendlichen und junge Erwachsene zwischen 11 und 26 Jahren vom Bund empfohlen (bevorzugt vor dem 15. Geburtstag) und wird von den Krankenkassen bezahlt. Für einen optimalen Schutz werden zwischen 11 und 14 Jahren 2 Dosen und ab 15 Jahren 3 Dosen empfohlen.

Wie bei jedem Medikament besteht ein Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen. Als Reaktion auf die Spritze – nicht auf den HPV-Impfstoff – wurden kurzzeitige Schwächeanfälle («Schwarz-vor-Augen-werden») beobachtet.

Es können Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle auftreten sowie allenfalls vorübergehende Kopfschmerzen und Fieber. Diese unerwünschten Wirkungen klingen rasch wieder ab. In seltenen Fällen können allergiebedingte Symptome wie ein Nesselfieber (<1 Fall/1000) oder Atembeschwerden (<1 Fall/10 000) beobachtet werden.

Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, unerwünschte Wirkungen der Impfung zu melden. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic führt ein Register dieser Meldungen und sorgt auf diese Weise für eine ständige Überwachung der Impfsicherheit. Solche Institute gibt es überall auf der Welt.

Jeder Kanton hat sein eigenes Impfprogramm. Am besten informierst du dich bei deiner Ärztin/deinem Arzt oder bei der Schulärztin/beim Schularzt über die HPV-Impfung. Er/Sie kann dir weitere Auskünfte über HPV geben und deine Fragen beantworten. Unser Ärztefinder hilft dir, eine/n Arzt/Ärztin in deiner Nähe zu finden.

Die Kosten der HPV-Impfung werden für alle zwischen 11 und 26 Jahren von der Krankenkasse ohne Franchise übernommen, wenn die Impfung im Rahmen eines kantonalen Impfprogramms erfolgt. Die HPV-Impfung kann auch ausserhalb eines Impfprogramms erfolgen, jedoch ohne Kostenerstattung. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt, wie die HPV-Impfung in deinem Kanton geregelt ist.

Obwohl die HPV-Impfung vorzugsweise vor dem ersten Mal stattfinden sollte, kann die Impfung auch danach noch sinnvoll sein. Auf jeden Fall kann die Impfung gegen diejenigen HPV-Typen schützen, mit denen man sich noch nicht angesteckt hat. Bei Zweifel und Fragen sprich mit deinem Arzt darüber!

Vorsorgetests ermöglichen es, die Patienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko haben an Krebs zu erkranken. Für Frauen gibt es eine Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Heute sind zwei Arten von Tests möglich in der Schweiz, der Pap-Test und/oder der HPV-Test.

Während der Vorsorgeuntersuchung macht die Frauenärztin/der Frauenarzt am Gebärmutterhals einen Abstrich und schickt diesen ins Labor. Dort wird entweder ein Pap-Test oder ein HPV-Test gemacht. Es können auch beide Tests durchgeführt werden.

Beim Pap-Abstrich (Pap-Test) werden Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor auf krankhafte Veränderungen untersucht. Mit dieser Methode können auffällige Zellen und Krebsvorstufen aufgezeigt werden, manchmal können aber Krebsvorstufen auch unerkannt bleiben.

Ein HPV-Test weist die DNA von Hochrisiko-HPV-Typen nach, die Krebs auslösen können. Da Gebärmutterhalskrebs fast ausschliesslich von HPV ausgelöst wird, bekommt dein Frauenarzt damit eine wichtige Information, um dein Risiko für Gebärmutterhalskrebs einschätzen zu können.

Der Pap-Test untersucht ob krankhafte Zell-Veränderungen, die möglicherweise zu Krebsvorstufen führen könnten, vorhanden sind. Der HPV-Test untersucht, ob HPV DNA vorhanden ist, also ob eine HPV Infektion vorliegt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Hochrisiko-Typen HPV-16 und HPV-18 gelegt. Da Gebärmutterhalskrebs praktisch ausschliesslich durch HPV verursacht wird, bekommt dein Frauenarzt damit eine wichtige Information, um dein Risiko für Gebärmutterhalskrebs einschätzen zu können und wenn nötig weitere Tests zu veranlassen.

Die schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt Frauen von 21 bis 29 Jahren alle 3 Jahre einen Pap-Test zu machen. Ab 30 Jahren wird empfohlen, den PAP-Test oder den HPV-Test alle drei Jahre durchzuführen. Welcher Vorsorgetest individuell am sinnvollsten ist, sollte mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin persönlich abgeklärt werden.

Wichtig: Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt zur Früherkennung von Krebs sind bei Frauen trotz der HPV-Impfung notwendig.

Ja. Die HPV-Impfung kann einen guten Schutz bieten vor den häufigsten HPV-Typen, jedoch nicht vor allen. Im Hinblick auf die Prävention vor Gebärmutterhalskrebs ist es wichtig zu beachten, dass die Impfung die Krebsvorsorgeuntersuchung nicht ersetzt! Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit, dass Frauen auch nach einer Impfung regelmässig zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge gehen.

Nein, nicht jede HPV Infektion löst auch Krebs aus. Die meisten Infektionen (90 Prozent) werden von unserem Immunsystem effektiv bekämpft und heilen spontan ab, ohne dass die Betroffene oder die Betroffene es merkt. Aber in 10 Prozent der Fälle schafft es das Immunsystem nicht, die HPV Infektion loszuwerden, in diesem Falle kann die Infektion zu Krebsvorstufen oder sogar Krebs führen.

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HPV einfach Erklärt

Was ist HPV?

HPV steht für Humane Papillomaviren. Bei HPV handelt es sich um eine Gruppe von Viren, die weit verbreitet sind. Bisher sind über 200 Typen des Virus bekannt. Man unterscheidet zwischen Hochrisiko- und Niedrigrisiko-HPV-Typen. Letztere können Genitalwarzen auslösen. Hochrisiko-Typen können bei Männern und Frauen folgende Krebsformen auslösen: Gebärmutterhalskrebs oder Scheiden-, Penis-, Anal- und Mund-Rachen-Krebs.

HPV wird in der Regel beim Sex übertragen. Dabei kannst du dich bei allen Sexpraktiken, also beim Vaginal-, Anal-, und Oralverkehr mit HPV anstecken. Via Oralsex ist eine Infektion der Mundhöhle und des Rachens möglich. Da das Virus über direkten Haut- und Schleimhautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird, kann es aber auch bereits beim Petting, Streicheln und intensiven Küssen zu einer Ansteckung kommen. In seltenen Fällen können HPV auch durch eine Schmierinfektion übertragen werden.

85 % bis 90 % der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Damit ist das Virus die häufigste sexuell übertragbare Infektion weltweit.

Die meisten HPV-Typen verursachen keine sicht- oder spürbaren Symptome und das HP-Virus verschwindet in 90 % aller Fälle von alleine wieder. Nicht alle sexuell übertragbaren HPV-Typen sind gleich gefährlich. Einige sind für die höchst unerwünschten, aber ungefährlichen Genitalwarzen verantwortlich, während andere Zellveränderungen und somit Krebsvorstufen und Krebs verursachen können.
Bei Mädchen und Frauen können Auffälligkeiten im Gebärmutterhals bei gynäkologischen Kontrolluntersuchungen frühzeitig erkannt werden. Für Jungen und Männer gibt es jedoch noch keinen anerkannten HPV-Test.  Vor allem aber gibt es auch keine Routineuntersuchung respektive Screenings für Männer.
Bei Jungen und Männern sind die Warzen auf dem Penis und allenfalls am Anus sichtbar. Im Analbereich bleibt eine HPV-Infektion aber oft unbemerkt. Entwickelt sich ein Analkrebs, können verschiedene Symptome wie Blutungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schwellung der Lymphknoten in der Anal- oder Leistengegend auftreten.

Nein, leider kann eine HPV-Infektion nicht behandelt werden. In 90 Prozent der Fälle verschwindet das Virus aber von alleine wieder. Führt eine HPV-Infektion jedoch zu Krebsvorstufen, können diese behandelt werden. Auch wenn die HPV-Infektion Genitalwarzen verursacht, können diese behandelt werden. Teils geht das mit einer spezifischen Salbe oder dann entfernt man die Genitalwarzen mithilfe einer Laserbehandlung, durch Vereisung oder durch eine Operation.

Safer-Sex ist wichtig und schützt vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen, zum Beispiel HIV. Allerdings garantieren Kondome oder Femidome keinen vollständigen Schutz vor HPV-Infektionen. Denn HPV kann auch über die Haut, die nicht durch das Kondom oder Femidom abgedeckt ist, übertragen werden. Die HPV Impfung schützt vor den häufigsten Hochrisiko-Typen, die Krebs verursachen sowie vor Niedrigrisiko-Typen, die Genitalwarzen verursachen.

Zu den sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen zählen die Folgenden: 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59. Insbesondere die Typen 16 und 18 können Krebs verursachen.

Zu den Niedrigrisiko-Typen zählen die Folgenden: 6, 11, 40, 42, 43, 44, 54, 61, 62, 70, 71, 72, 74, 81, 83, CP6108. Sie können Feigwarzen auslösen, wobei 90 Prozent der Fälle auf HPV 6 und 11 zurückzuführen sind. Die HPV-Impfung schützt vor beiden Varianten.

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HPV-bedingte Krebserkrankungen und Genitalwarzen (Feigwarzen)

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs wird von Hochrisiko-HPV-Typen ausgelöst. In einigen Fällen können bei einer Infektion mit Hochrisikotypen Schädigungen (Läsion) am Gebärmutterhals auftreten. Der Schweregrad dieser Läsionen hängt von der Menge und dem Ort der Zellen ab, die anormal in der Schleimhaut wachsen (infizierte Zellen). Meistens heilt diese Infektion spontan ab. Wenn eine HPV-Infektion mit Hochrisikotypen aber dauerhaft fortbesteht, kann es zu Zellveränderungen kommen. Dadurch können aus den gesunden Zellen allmählich Krebszellen entstehen. Dieser Prozess, kann Jahre oder Jahrzehnte dauern.

Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die häufigste HPV-bedingte Krebsform. Gebärmutterhalskrebs wird praktisch ausschliesslich durch HP-Viren ausgelöst. Dabei verursachen lediglich 9 Hochrisiko-Typen 90 % der Gebärmutterhalskrebs-Fälle, wobei zwei Drittel allein durch die Hochrisikotypen 16 und 18 verursacht werden. Die 9 Typen sind von der Impfung abgedeckt. In der Schweiz haben jedes Jahr rund 5’000 Frauen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Hierzulande erhalten 260 Frauen pro Jahr die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Pro Jahr sterben rund 70 Patientinnen an dieser Krebsart.

Nein. 90% der Infektionen heilen von selbst aus. In 10% der Fälle bleibt die Infektion bestehen und kann in manchen Fällen nach mehreren Jahren zu Krebsvorstufen führen. Doch selbst diese können noch von alleine ausheilen oder ärztlich behandelt werden. Im Schnitt entsteht bei einer fortbestehenden Infektion mit HPV erst nach 15 bis 20 Jahren Gebärmutterhalskrebs. Deshalb, aber auch weil die Infektion bis zu fortgeschrittenen Krebsvorstufen oder gar bis zum Krebs unbemerkt bleibt, ist die regelmässige Vorsorgeuntersuchung so wichtig.

Hochrisiko-HPV-Typen können nebst Gebärmutterhalskrebs auch andere Krebsarten verursachen, darunter Krebs der Vulva, der Vagina, des Penis oder des Anus. HPV kann auch Krebs im hinteren Teil des Rachens verursachen (sogenannte Oropharynxkarzinome). Rund 5 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit werden durch HP-Viren verursacht.

Je früher die HPV-Impfung gemacht wird, desto besser schützt sie vor Gebärmutterhalskrebs. Denn den besten Schutz bietet sie, bevor man mit dem Virus in Kontakt kommt. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Impfung allen Mädchen und Jungen zwischen 11 und 14 Jahren. Aber auch nach dem 14. Geburtstag oder nach dem «ersten Mal» ist die Impfung sinnvoll, denn die meisten stecken sich nicht gleich nach dem ersten Sex mit HPV an. Aber auch wenn man schon mit dem Virus in Kontakt gekommen ist, schützt die Impfung noch vor allen anderen gefährlichen Virus-Typen und vor einer Reinfektion. Das BAG empfiehlt die Impfung deshalb auch allen jungen Erwachsenen bis zum 26. Lebensjahr. Einen Eindruck von der Wirksamkeit der Impfung gibt beispielsweise eine schwedische Studie von 2020 mit mehr als 1,5 Millionen Mädchen und jungen Frauen zwischen 10 und 30 Jahren. Sie konnte zeigen, dass Frauen, die vor dem 17. Geburtstag gegen HPV geimpft wurden, ein um 88% geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs hatten als ungeimpfte Frauen.

Gebärmutterhalskrebs ist eine der am besten behandelbaren Krebsarten, sofern sie frühzeitig erkannt wird. Dabei können Krebsvorstufen des Gebärmutterhalskrebs im Zuge der regelmässigen gynäkologischen Kontrolle erkannt werden. Entdeckt die Ärztin oder der Arzt Krebsvorstufen, wird häufig nach sechs Monaten ein erneuter Abstrich genommen, um den Verlauf zu kontrollieren. Wenn sich die Zellveränderungen nicht von selbst zurückbilden, erfolgen weitere Untersuchungen und eine Therapie. Falls nötig kann das betroffene Gewebe operativ entfernt werden.

Genitalwarzen, auch Feigwarzen genannt, werden durch Niedrigrisiko-HPV-Typen ausgelöst. Die gutartigen Tumore sind zwar ungefährlich für die Gesundheit, können die Beziehung und Sexualität aber ganz schön belasten. Genitalwarzen können im Genitalbereich an unterschiedlichen Stellen auftreten: Bei Frauen häufig an der Scheide oder den Schamlippen, bei Männern am Penis. Aber sie können sich auch in der Harnröhre, dem Analkanal, in seltenen Fällen am Gebärmutterhals oder an anderen Körperstellen im Intimbereich bilden. An den betroffenen Stellen können sie Jucken, Brennen, kleinere Blutungen oder Nässegefühl auslösen. Die Warzen können schmerzen, beim Sex stören oder diesen sogar verunmöglichen.
Feigwarzen sind zunächst flache, einzelne oder beetartig angeordnete kleine Knötchen und zu Beginn mit blossem Auge kaum sichtbar. Wenn sie weiterwachsen, bilden sie in einigen Fällen eine hahnenkamm- oder blumenkohlartige Form. 
 

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen verschwinden die Feigwarzen von alleine wieder. Doch dies kann Monate bis hin zu Jahren dauern.

Die Behandlung von Feigwarzen hängt vom Ort und der Grösse der Warzen ab. In der Regel verschreibt die Ärztin oder der Arzt eine Creme oder spezielle Lösung, welche Patientinnen und Patienten über mehrere Wochen auf die betroffenen Stellen auftragen. Feigwarzen kann man aber auch chirurgisch entfernen lassen. Daneben gibt es weitere Behandlungsmethoden mit Laser, Kälte oder Säure, bei denen das Warzengewebe abstirbt.

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HPV bei Jungen und Männer

Warum betrifft HPV mich als Mann ebenfalls?

Männer können ebenso von HPV-bedingten Krebserkrankungen sowie von Genitalwarzen betroffen sein. HPV kann bei Männern Analkrebs, Peniskrebs und Kopf-Hals-Tumore auslösen. Dabei hat die Zahl der HPV-bedingten Kopf-Hals-Tumore bei Männern in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen, sodass beispielsweise in den USA mittlerweile mehr HPV-bedingte Kopf-Hals-Tumore bei Männern als Gebärmutterhalskrebse bei Frauen diagnostiziert werden.

HPV ist nicht gleich HPV, denn es gibt verschiedene HPV-Typen. Hier unterscheidet man vor allem zwischen Hochrisiko-HPV-Typen und Niedrigrisiko-HPV-Typen. Letztere können bei Frauen und Männern Genitalwarzen auslösen. Das sind ungefährliche aber ziemlich unschöne und lästige Hautveränderungen (Knötchen) im Genitalbereich. Dafür ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei Niedrigrisiko-Typen sehr gering. Hochrisiko-Typen, wie HPV 16 und HPV 18, können Krebsformen im Genitalbereich auslösen.

Eine Ansteckung mit HPV verläuft zuerst ohne Symptome, das heisst man spürt nichts davon. Die HPV-Infektion selber ist auch nicht gefährlich, in 90% der Fälle verschwindet sie von alleine wieder. Wenn die Infektion aber über längere Zeit bestehen bleibt, kann es zu Zellveränderungen kommen. Aus den gesunden Zellen entstehen allmählich Krebszellen. Dies ist ein Prozess, der Jahre oder Jahrzehnte dauern kann. Zudem ist es möglich, dass Krebsvorstufen (intraepitheliale Neoplasien genannt) sich zurückbilden.

Nein, für Männer gibt es keinen medizinisch anerkannten HPV-Test. Männer können sich aber beim Verdacht einer Ansteckung mit HP-Viren vom Urologen oder einem Dermatologen (Hautarzt) gründlich untersuchen lassen. Dies kann allenfalls Sinnvoll sein, wenn die Partnerin oder der Partner mit HPV-infiziert ist.

In der Regel berät der Hausarzt oder die Hausärztin bei HPV-Verdacht.

Mädchen und junge Frauen lassen sich hauptsächlich impfen, um sich vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen. Buben und jungen Männern wird die HPV-Impfung empfohlen, da sie vor HPV-bedingtem Anal- und Peniskrebs schützen kann. Ausserdem kann die HPV-Impfung auch vor Genitalwarzen (Feigwarzen) schützen.
Impfungen haben auch immer einen solidarischen Aspekt. Denn so kann man das Virus nicht an seine Partnerin oder seinen Partner weitergeben. Modellrechnungen haben gezeigt, dass die Anzahl von Infektionen mit HPV viel schneller zurück gehen, wenn sich beide Geschlechter gegen HPV impfen lassen. Es wurde ausserdem gezeigt, dass die Ausrottung des Virus, nur möglich ist, wenn man beide Geschlechter gegen HPV impft. Auch unter diesem Aspekt macht die Impfung Sinn.

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