Der Kampf einer Familie gegen pulmonale arterielle Hypertonie

Nach Jahren voller Fehldiagnosen hat Samuel heute Klarheit über seine Krankheit und die Behandlung. Dank medizinischer Fortschritte führt er heute ein stabiles und aktives Leben.

Nach Jahren voller Fehldiagnosen hat Samuel heute Klarheit über seine Krankheit und die Behandlung. Dank medizinischer Fortschritte führt er heute ein stabiles und aktives Leben.
Der 45-jährige Samuel leidet unter einer Krankheit, die in der Vergangenheit aufgrund beinah nicht vorhandener Behandlungsmöglichkeiten bereits seinen Vater und seine Schwester das Leben kostete. In seiner Familie wird die pulmonale arterielle Hypertonie wie eine unsichtbare Last vererbt – eine Realität, mit der Samuel aufwuchs und sich entschied, sein Leben in vollen Zügen zu geniessen, ohne zu ahnen, dass die Krankheit auch in ihm lauerte.
2007 ging Samuel seiner Arbeit nach, als plötzlich Symptome auftraten. Er verspürte zunehmenden Druck in der Brust, wurde bei der geringsten Anstrengung kurzatmig und hatte immer grössere Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Was als vorübergehende Müdigkeit begann, entwickelte sich zu einem ständigen Leiden, das ihn daran hinderte, seine Aufgaben wie gewohnt zu erledigen. Samuel suchte Ärzt:innen auf, doch diese stellten falsche Diagnosen. Einige führten seine Beschwerden auf psychische Ursachen wie berufsbedingten Stress oder vorübergehende Angstzustände zurück, was die richtige Behandlung weiter verzögerte.
Sechs lange Jahre, von 2007 bis 2013, irrte Samuel durch ein Labyrinth von Ärzt:innen. Eine Konsultation folgte der anderen, unzählige Tests wurden durchgeführt, doch nichts deutete auf pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) hin. Samuel ertrug diese Ungewissheit, sein Zustand verschlechterte sich zusehends, und er fühlte sich jeden Tag mehr und mehr isoliert. Im Jahr 2013 implantierte ihm schliesslich ein Spezialist einen Katheter in die rechte Herzkammer und brachte die Wahrheit ans Licht: Er litt tatsächlich an pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH). Doch selbst nach der Diagnose gestaltete sich die Suche nach der richtigen Behandlung langwierig und mühsam.
Samuel durchlief verschiedene Behandlungsansätze, die jeweils ärztlich begleitet und angepasst wurden, und hatte mit unerwarteten Nebenwirkungen wie verstärkter Müdigkeit zu kämpfen, die sein Leben erschwerten. Ständige Anpassungen waren notwendig und erforderten häufige Arztbesuche, um die Reaktionen seines Körpers zu überwachen und die Dosierung zu ändern. Diese Zeit stellte seine Geduld und die seiner Familie auf die Probe, stärkte aber auch seinen Willen, durchzuhalten, bis gemeinsam mit seinen Ärzt:innen eine individuell angepasste Therapie gefunden wurde, mit der er seinen Alltag besser leben konnte.
Heute lebt Samuel mit seiner Mutter und Schwester in einem grossen Haus – ein familiärer Rückzugsort, der ihm Geborgenheit schenkt. Als kinderloser Mann ohne Partner:in geniesst er diese simple Wohngemeinschaft und fühlt sich glücklich und stabil. Eine Therapie gehört heute zu seinem Alltag und erfordert eine angepasste Lebensweise. Dank dieser Therapie kann er sogar ohne grosse Anstrengung schwimmen gehen – eine Aktivität, die ihm gut tut und ihn erfrischt. Alle 28 Tage geht er ins Universitätsklinikum, um seine Therapie zu erhalten. Diese regelmässige Betreuung ist anspruchsvoll, aber gut in seinen Alltag integriert. Doch die Blicke anderer sind oft schwer zu ertragen; Urteile und Mitleid verstärken die Belastung durch die Krankheit.
Samuel möchte seinen Optimismus mit anderen Patient:innen teilen. Das Wissen über pulmonale arterielle Hypertonie verbessert sich stetig, und es gibt zahlreiche Therapieoptionen, die die Lebensqualität verbessern und die Überlebenschancen erhöhen. Er betont: Es ist unerlässlich, bei ersten Anzeichen von Problemen eine:n Spezialist:in aufzusuchen und durch eine Rechtsherzkatheter Untersuchung eine präzise Diagnose zu verlangen. Dank dieser Fortschritte verwandelt Samuel das schwierige Familienerbe in einen persönlichen Erfolg und beweist, dass er trotz unheilbarer Erkrankung ein glückliches Leben leben kann.
Herausgeber: Helvète Media Sàrl
Autorin: Adeline Beijns
Veröffentlicht im März 2026 im Gesundheitsecho sowie in Salle d’attente
Entdecken Sie, wie andere PAH-Betroffene ihren Weg mit PAH gefunden haben.