Übertragungswege

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Das Risiko einer Übertragung ist abhängig von der Anzahl der Viren im Blut und in den Genitalsekreten. Je mehr Viren umso höher das Ansteckungsrisiko. Ansteckende Körperflüssigkeiten sind Blut, Sperma und Vaginalflüssigkeit. Der häufigste Übertragungsweg ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr. 

PLATZHALTERTEXT: Bild wurde mit KI erstellt.
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Übertragungswege

In normalen Alltagssituationen besteht keine Gefahr einer HIV-Übertragung.

In Körperflüssigkeiten wie Schweiss, Speichel, Tränen, Urin oder Kot können zwar Viren enthalten können sein, jedoch ist die Konzentration viel zu gering für eine Infektion. Selbst bei direktem Hautkontakt mit infektiösen Flüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Vaginalsekret ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich. Voraussetzung ist hier immer, dass die Haut unversehrt ist. Das bedeutet: Händeschütteln, gemeinsames Besteck, Küssen oder die Nutzung derselben Toilette sind völlig unbedenklich.

Achtung bei potenziell infektiösen Körperflüssigkeiten wie Sperma und Blut!
Diese sollten nicht auf Schleimhäute oder direkt in die Blutbahn gelangen.

Nicht nachweisbar = nicht übertragbar (U=U)

Bei erfolgreicher medikamentöser Therapie kann die Viruslast unter die Nachweisgrenze (< 50 Viruskopien/ml Blutplasma) gebracht werden und die Betroffenen gelten dann nicht mehr als infektiös.

Voraussetzung sind die regelmäßige Einnahme der Medikamente, eine Viruslast unter der Nachweisgrenze über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten sowie das Nichtvorliegen sexuell übertragbarer Erkrankungen.

Sexuelle Übertragung

Analverkehr
Da die Darmschleimhaut äusserst empfindlich ist, kann das Virus direkt in den Körper aufgenommen werden. Die Übertragungswahrscheinlichkeit ist für den/die aufnehmenden Partner/in doppelt so hoch, wenn im Darm ejakuliert wird. Eine Virusübertragung kann aber auch ohne Ejakulat erfolgen.

Die Darmschleimhaut kann HIV nicht nur aufnehmen, sondern auch abgeben. Deshalb ist bei Analverkehr auch für den aktiven Partner ein Risiko vorhanden. Hier findet die Übertragung z.B. an den Schleimhäuten der Vorhaut statt.

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Ungeschützter Analverkehr gilt bei der sexuellen Übertragung 
des Virus als am risikoreichsten.

Vaginalverkehr  

Die Schleimhaut der Vagina ist zwar widerstandsfähiger als die Schleimhaut des Darmes, jedoch entstehen häufig bei der Penetration unbemerkte Mikroverletzungen, die wiederum HIV eine Eintrittspforte bieten. Eine HIV-Übertragung kann auch ohne Ejakulat stattfinden, aber auch hier gilt: bei Aufnahme von Ejakulat ist die Übertragungswahrscheinlichkeit deutlich höher.

HIV kann sowohl vom Mann auf die Frau übertragen werden, als auch von der Frau – über Vaginalflüssigkeit – auf den Mann.

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Beim Vaginalverkehr ist das Risiko einer Ansteckung für die Frau höher als für den Mann.

Oralverkehr

Im Vergleich zu den anderen sexuellen Praktiken ist die Übertragungswahrscheinlichkeit über Oralverkehr gering. Die Mundschleimhaut ist ziemlich robust, ausserdem wird die Virusmenge durch den Speichel verdünnt. Auch, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangen, ist das Übertragungsrisiko gering.

Der Lusttropfen enthält zwar Viren, aber die Menge ist für eine Infektion nicht ausreichend. Bei einer Ejakulation im Mund, sollte das Sperma nicht geschluckt, sondern sofort ausgespuckt werden.

Die Infektionswahrscheinlichkeit ist unter anderem abhängig von:
Viruslast (Viruskonzentration im Blut), Infektionszeitpunkt &
zusätzlichen Faktoren (Stichtiefe, Schleimhäute, Zustand der Haut)

sti and hiv

HIV und STI
(Sexually Transmitted Infection)

Unter STI versteht man diverse sexuell übertragbare Erkrankungen, die durch Viren oder Bakterien verursacht werden, darunter unter anderem Chlamydien, Syphilis, HPV und Herpes. Diese Infektionen äussern sich oft als Entzündungen der (Schleim-)Häute oder Juckreiz, können aber auch ohne Symptome auftreten. Durch die Reizung der Schleimhäute können andere Erreger, wie auch HIV, leichter in den Körper eindringen.

In unserer Podcast-Reihe beschäftigen wir uns genau mit diesen Themen. Unter anderem geht es darum, warum Symptomfreiheit nicht immer Sicherheit bedeutet und wann regelmässiges Testen auf STI sinnvoll ist. Jetzt reinhören!

Podcast 

Andere Übertragungswege

Spritzen bei Drogenkonsum

Ein sehr hohes Infektionsrisiko besteht beim Spritzen von Drogen (« Fixen»), wenn Spritzbestecke (Kanülen und Spritzen) gemeinsam verwendet werden. Hier kann das Risiko durch Safer-Use (steril verpacktes Injektionsbesteck, Löffel, Filter, Tupfer) deutlich reduziert werden. 

In feuchten Blutresten im Spritzenkolben kann HIV mehrere Tage oder sogar Wochen aktiv bleiben.

Mutter-Kind-Übertragung

Bei einer HIV-positiven Mutter kann das Virus bei der Geburt und durch Stillen auf das Kind übertragen werden. Das grösste Risiko besteht, wenn die Infektion zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt ist. In der Routine-Vorsorgeuntersuchung wird Frauen die Möglichkeit eines HIV-Tests geboten, sodass bei Bedarf frühzeitige Massnahmen getroffen werden können. 

Wird die HIV-Infektion in der Frühschwangerschaft diagnostiziert kann meistens die Viruslast bis zur Geburt bis unter die Nachweisgrenze gebracht werden. Im Einzelfall wird dann ärztlich entschieden, welche Form der Geburt sinnvoll ist, aber in den meisten Fällen ist eine natürliche Geburt und Stillen möglich.

Blut- und Blutprodukte

Eine Übertragung von HIV im Rahmen von Blut-und Blutprodukten ist in westlichen Ländern extrem selten. Blutspenden werden mit einem Kombinationstest und PCR auf HIV getestet.

Berufliche Exposition

Auch bei Verletzungen an kontaminierten Instrumenten und Spritzbestecken kann HIV unter Umständen übertragen werden. Die Wahrscheinlichkeit hängt von der Schnitt- bzw. Stichtiefe, der übertragenen Blutmenge und der Viruslast im Blut ab. Vorbeugungsmassnahmen sind hier insbesondere Latexhandschuhe.

Definition, Übertragung, Effekt auf den Körper

Teststellen, Arten von Tests, FAQ’s

Schwächung des Immunsystems, Unterscheidung HIV und AIDS

Kombinationspräparate, PrEP und PEP

Sexuelle Übertragung, Drogenkonsum & andere Übertragungsmöglichkeiten

Rechtliche Fragen, Anlaufstellen, Anonymität

Verlauf der Erkrankung, Symptome