Die meisten Menschen erholen sich nach einer Lungenentzündung ohne bleibende Schäden. Bis Husten, Atemnot und Schwäche vollständig zurückgegangen sind und die gewohnte Leistungsfähigkeit wieder erreicht ist, können jedoch Wochen oder Monate vergehen.
Nutzen Sie die Gelegenheit und informieren Sie sich bei Ihrem nächsten Arzttermin.
Was eine Lungenentzündung im Körper auslöst
Eine Lungenentzündung, medizinisch Pneumonie genannt, ist eine Infektion und Entzündung des Lungengewebes. Betroffen sind insbesondere die kleinen Lungenbläschen, die sogenannten Alveolen.
Während einer Pneumonie können sich die Lungenbläschen mit Flüssigkeit und Entzündungszellen füllen. Dadurch wird die Versorgung mit Sauerstoff erschwert. Bei einer schweren Erkrankung kann deshalb ein Sauerstoffmangel entstehen. Atemnot, Schwäche und Müdigkeit können Folgen der beeinträchtigten Lungenfunktion und der Belastung des gesamten Körpers sein.
Auch nachdem die akute Infektion abgeklungen ist, können Husten, Atemnot und Erschöpfung noch längere Zeit fortbestehen. Eine Pneumonie kann durch Bakterien wie z. B. Pneumokokken, Viren, seltener durch Pilze verursacht werden.

Spätfolgen einer Lungenentzündung
Als Spätfolgen werden Beschwerden und Einschränkungen bezeichnet, die nach dem Abklingen der akuten Lungenentzündung fortbestehen. Komplikationen entstehen dagegen bereits während der akuten Erkrankung.
Die Erholung nach einer Lungenentzündung wird häufig eher in Wochen bis Monaten als in Tagen gemessen. Wie lange Beschwerden anhalten, hängt unter anderem vom Schweregrad der Pneumonie, dem Alter, vorhandenen Vorerkrankungen und der körperlichen Verfassung vor der Erkrankung ab.
Mögliche länger anhaltende Folgen sind:

Anhaltende Erschöpfung und Schwäche

Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit

Atemnot bei Anstrengungen

Anhaltender Husten

Verlängerte Erholungszeit
Mögliche Komplikationen während der Erkrankung
Komplikationen entstehen während der akuten Lungenentzündung. Spätfolgen sind dagegen Beschwerden oder Einschränkungen, die nach der akuten Erkrankung weiterbestehen.
Mögliche Komplikationen einer Pneumonie sind:
Rippenfellentzündung und Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustwand)
Respiratorische Insuffizienz (starke Einschränkung der Atmung)
Lungenabszess
Akutes Atemnotsyndrom/Sauerstoffmangel
Blutvergiftung (Sepsis)
Beeinträchtigung weiterer Organe Schwere Krankheitsverläufe und ihre Komplikationen werden in der Regel im Spital behandelt.
Folgen für Herz und Kreislauf
Eine Lungenentzündung kann auch das Herz-Kreislauf-System erheblich belasten.
Verschiedene Studien zeigen, dass während und nach einer ambulant erworbenen Pneumonie häufiger Herz-Kreislauf-Ereignisse beobachtet werden. Dazu gehören unter anderem eine Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Diese Beobachtungen bedeuten nicht, dass jede Lungenentzündung einen solchen Folgeschaden verursacht. Das individuelle Risiko hängt unter anderem vom Alter, von bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen und von weiteren Vorerkrankungen ab.
Bei neu auftretenden oder zunehmenden Brustschmerzen, ausgeprägter Atemnot, Herzrasen, Ohnmacht oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.



Warum Menschen ab 65 Jahre stärker betroffen sind
Menschen ab 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Immunantwort und weitere Vorerkrankungen können hinzukommen.
Diese Faktoren können das Risiko für einen schweren Verlauf einer Lungenentzündung erhöhen.

Auch Vorerkrankungen spielen eine wichtige Rolle. Chronische Erkrankungen der Lunge oder des Herzens sowie Diabetes sind mit einem erhöhten Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen verbunden. Außerdem zählen bestimmte Erkrankungen der Nieren oder Leber sowie Erkrankungen und Behandlungen, welche das Immunsystem beeinträchtigen, zu den relevanten Risikofaktoren. Ein geschwächtes Immunsystem bedeutet dabei nicht, dass alle älteren Menschen gleich gefährdet sind. Das individuelle Risiko hängt vom Alter, von der allgemeinen Gesundheit, bestehenden Erkrankungen und weiteren persönlichen Faktoren ab.

Nach einer stationär behandelten Lungenentzündung kann die körperliche Funktionsfähigkeit bei Menschen über 65 Jahren über längere Zeit eingeschränkt bleiben. In einer Kohortenstudie zeigten viele ältere Patientinnen und Patienten nach der Hospitalisierung einen deutlichen oder anhaltenden Funktionsverlust. Besonders bei bereits bestehender Gebrechlichkeit war die Wahrscheinlichkeit geringer, innerhalb von sechs Monaten das frühere Funktionsniveau wiederzuerlangen.

Säuglinge und Kleinkinder haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für schwere Pneumonien. Pneumokokken-Erkrankungen können insbesondere bei sehr jungen Kindern schwer verlaufen.
Alle Infos für das Arztgespräch
Ein Gesprächsleitfaden kann Ihnen helfen, sich auf einen Termin bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorzubereiten. Darin können Sie festhalten, was Sie gerne wissen wollen. So können Sie Ihre Fragen im Gespräch strukturiert ansprechen.

Wie lange dauert die Erholung?

Wie lange die Erholung nach einer Lungenentzündung dauert, unterscheidet sich von Person zu Person. Viele akute Symptome bessern sich innerhalb der ersten Tage oder Wochen. Husten, Atemnot, Schwäche und Erschöpfung können jedoch deutlich länger anhalten.

Bei einem erheblichen Anteil der Betroffenen bestehen vier Wochen nach Beginn der Erkrankung noch Beschwerden. Auch vier bis sechs Wochen nach einer Behandlung im Spital berichten viele Patientinnen und Patienten weiterhin über Müdigkeit, Husten oder Atemnot.

Nach einer schweren Pneumonie, einem längeren Spitalaufenthalt oder bei bestehenden Vorerkrankungen kann es mehrere Monate dauern, bis die gewohnte Gesundheit und Belastbarkeit zurückkehren. Eine langsame Erholung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein bleibender Lungenschaden vorliegt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Pneumokokken als häufigster bakterieller Erreger
- Pneumokokken sind Bakterien mit dem wissenschaftlichen Namen Streptococcus pneumoniae. Sie gelten als häufigste bakterielle Ursache einer Lungenentzündung.
- In der Schweiz treten jährlich etwa 1000 schwere Pneumokokken-Erkrankungen auf. Dabei handelt es sich überwiegend um Lungenentzündungen; seltener treten Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen auf.
- Neben Pneumokokken können auch andere Bakterien sowie Viren und Pilze eine Lungenentzündung verursachen.
Welche Folgen eine Pneumokokken-Erkrankung haben kann, unterscheidet sich je nach Krankheitsbild und Schwere des Verlaufs. Alter, Immunabwehr und bestehende Vorerkrankungen können die Prognose zusätzlich beeinflussen.
Häufige Fragen zu Spätfolgen und Komplikationen
Welche Spätfolgen kann eine Lungenentzündung haben?
Nach einer Lungenentzündung können Erschöpfung, Schwäche, anhaltender Husten, Atemnot bei Anstrengung und eine verminderte Leistungsfähigkeit fortbestehen. Diese Beschwerden bessern sich meist schrittweise über mehrere Wochen.
Wie lange dauert die Erholung nach einer Lungenentzündung?
Viele akute Symptome bessern sich innerhalb von Tagen bis Wochen. Bis Husten, Atemnot, Müdigkeit und die frühere Belastbarkeit vollständig zurückgegangen sind, können jedoch mehrere Wochen oder Monate vergehen.
Kann eine Lungenentzündung bleibende Schäden an der Lunge hinterlassen?
Bei schweren Verläufen mit akutem Atemnotsyndrom können leichte Einschränkungen der Lungenfunktion oder Veränderungen in der Bildgebung fortbestehen. Diese Erkenntnisse gelten nicht für eine unkomplizierte Lungenentzündung.
Welche Komplikationen können während einer Lungenentzündung auftreten?
Mögliche Komplikationen sind Rippenfellentzündung und Pleuraerguss, Lungenabszess, Sepsis und respiratorische Insuffizienz. Bei schweren Verläufen kann sich auch ein akutes Atemnotsyndrom entwickeln.
Warum sind Menschen ab 65 Jahren stärker betroffen?
Altersbedingte Veränderungen der Immunantwort und Vorerkrankungen können das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen. Nach einer stationär behandelten Lungenentzündung kann die körperliche Funktionsfähigkeit zudem länger eingeschränkt bleiben.
Kann man nach einer Lungenentzündung erneut erkranken?
Ja. Eine durchgemachte Lungenentzündung schützt nicht grundsätzlich vor einer erneuten Erkrankung, da unterschiedliche Erreger die Ursache sein können.
Welche Folgeschäden können Pneumokokken verursachen?
Nach einer Pneumokokken-Pneumonie können Husten, Atemnot und Erschöpfung länger anhalten. Schwere Pneumokokken-Erkrankungen können auch zu Sepsis, Hirnhautentzündung oder Beeinträchtigungen weiterer Organe führen.
Weiterführende Seiten
Offizielle Empfehlungen in der Schweiz
Informieren Sie sich darüber, welche Empfehlungen für verschiedene Alters- und Risikogruppen gelten.
Pneumokokken: Definition und mögliche Erkrankungen
Lesen Sie, was Pneumokokken sind und welche Erkrankungen diese Bakterien verursachen können.
Symptome einer Lungenentzündung erkennen
Erfahren Sie, welche Beschwerden bei einer Pneumonie auftreten können und welche Anzeichen ärztlich abgeklärt werden sollten.