Pneumokokken werden vor allem über Tröpfchen und Atemwegssekrete übertragen, etwa beim Husten oder Niesen. Auch gesunde Menschen können die Bakterien im Nasen-Rachen-Raum tragen und weitergeben, ohne selbst Beschwerden zu haben.
Nutzen Sie die Gelegenheit und informieren Sie sich bei Ihrem nächsten Arzttermin.
Was sind Pneumokokken?
Pneumokokken sind Bakterien und Erreger, die den Nasen-Rachen-Raum besiedeln können, ohne Beschwerden zu verursachen, aber auch Infektionen auslösen können.
Breiten sie sich im Körper aus oder werden durch Tröpfcheninfektion auf andere Menschen übertragen, können sie teils schwere Infektionen und Erkrankungen hervorrufen. Dazu zählen unter anderem Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, Mittelohrentzündung oder Blutvergiftung.
Wie werden Pneumokokken übertragen?
Pneumokokken werden hauptsächlich über respiratorische Sekrete von Mensch zu Mensch übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen können kleine Flüssigkeitsteilchen mit den Bakterien in die Umgebung gelangen.

Eine wichtige Rolle bei der Übertragung spielen Menschen, die Pneumokokken im Nasen-Rachen-Raum tragen, ohne selbst krank zu sein. Diese symptomlosen Träger können die Bakterien an andere Personen weitergeben.
Besonders häufig findet sich eine solche Besiedlung bei Kindern. Bei Kindern bis fünf Jahren können je nach Population etwa 30 bis 80 Prozent Pneumokokken im Nasenrachenraum tragen. Kinder spielen deshalb eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Erreger. Insbesondere Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren gehören zu den wichtigen Überträgern.

Eine Übertragung führt jedoch nicht automatisch zu einer Erkrankung. Pneumokokken können den Nasen-Rachen-Raum vorübergehend besiedeln, ohne Beschwerden hervorzurufen.
Die Inkubationszeit einer Pneumokokken-Erkrankung beträgt meist etwa ein bis fünf Tage. Da Pneumokokken jedoch auch ohne Symptome im Nasenrachenraum vorhanden sein können, lässt sich der Zeitpunkt einer Ansteckung nicht immer eindeutig bestimmen.

Sind Pneumokokken ansteckend?
- Ja, Pneumokokken sind übertragbar. Eine Ansteckung mit den Bakterien bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Pneumokokken-Erkrankung entsteht.
- Viele Menschen tragen Pneumokokken zeitweise im Nasen-Rachen-Raum, ohne Beschwerden zu entwickeln. Ob aus einer Besiedlung eine Infektion entsteht, hängt unter anderem vom Alter, von bestehenden Erkrankungen und von der Immunabwehr ab.
- Deshalb ist die Ansteckungsgefahr nicht gleichbedeutend mit dem persönlichen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Bestimmte Personengruppen sind anfälliger für Pneumokokken-Erkrankungen als andere.
Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob eine Lungenentzündung ansteckend ist. Eine Pneumonie kann unterschiedliche Ursachen haben; nicht jede Form, z. B. die Aspirationspneumonie, wird unmittelbar von Mensch zu Mensch übertragen. Bei einer durch Bakterien oder Viren verursachten Pneumonie können jedoch die zugrunde liegenden Erreger von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Auch Menschen ohne Beschwerden können bestimmte Lungenentzündung verursachende Bakterien weitergeben. Nicht jede Person, die mit solchen Erregern in Kontakt kommt, entwickelt jedoch eine Pneumonie.

Wer ist besonders gefährdet?
Das Risiko für eine Pneumokokken-Erkrankung unterscheidet sich je nach Alter, Immunabwehr und bestehenden Vorerkrankungen.

Menschen ab 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen.

Auch Personen mit einer beeinträchtigten Immunabwehr oder bestimmten chronischen Erkrankungen, beispielsweise des Herzens oder der Lunge oder mit Diabetes, können stärker gefährdet sein.

Säuglinge und Kleinkinder gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. Schwere Pneumokokken-Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung betreffen in der Schweiz insbesondere Kinder unter zwei Jahren.
Mit zunehmendem Alter verändern sich verschiedene Bestandteile der Immunantwort und Schutzmechanismen der Atemwege. Dadurch können Krankheitserreger weniger wirksam erkannt und abgewehrt werden, was die Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen erhöhen kann.
Auch die Reinigung der Atemwege kann im höheren Alter weniger effektiv sein, sodass Erreger leichter in tiefere Atemwegsabschnitte gelangen können.


Wie können Sie sich schützen?
- Allgemeine Hygienemassnahmen können einen Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung von Atemwegserregern zu vermindern. Besonders wichtig ist dabei das regelmässige und sorgfältige Waschen der Hände.
- Beim Husten oder Niesen sollte, wenn möglich, ein Taschentuch benutzt oder in die Armbeuge gehustet beziehungsweise geniest werden. Eine solche Atemwegshygiene kann helfen, die Weitergabe von Sekreten zu reduzieren.
- Pneumokokken werden jedoch häufig ohne erkennbare Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum getragen. Deshalb lässt sich eine Übertragung allein durch Hygienemassnahmen nicht vollständig vermeiden. Eine gut funktionierende Immunabwehr unterstützt den Körper dabei, Pneumokokken auf den Schleimhäuten unter Kontrolle zu halten und eine weitere Ausbreitung der Bakterien einzuschränken.
Für gewisse Alters- und Risikogruppen wird die Pneumokokken-Impfung als Schutzmassnahme empfohlen. In der Schweiz gehört dazu unter anderem die Impfung von Säuglingen sowie die ergänzende Impfung für Personen ab 65 Jahren.
Welche Impfempfehlung im einzelnen Fall zutrifft, richtet sich unter anderem nach dem Alter und nach bestehenden Risikofaktoren.

Häufige Fragen zu Ansteckung und Schutz
Wie werden Pneumokokken übertragen?
Pneumokokken werden hauptsächlich über Atemwegssekrete (Tröpfcheninfektion) übertragen, etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen.
Sind Pneumokokken ansteckend?
Ja. Eine Übertragung führt jedoch nicht automatisch zu einer Erkrankung, da Pneumokokken den Nasen-Rachen-Raum auch symptomlos besiedeln können.
Wie lange ist die Inkubationszeit bei Pneumokokken?
Die Inkubationszeit beträgt meist etwa ein bis fünf Tage. Da eine symptomlose Besiedlung häufig ist, daher lässt sich der genaue Zeitpunkt einer Ansteckung jedoch nicht immer bestimmen.
Wie kann man sich vor Pneumokokken schützen?
Allgemeine Hand- und Atemwegshygiene kann die Verbreitung von Atemwegserregern reduzieren. Für bestimmte Alters- und Risikogruppen wird zusätzlich eine Pneumokokken-Impfung empfohlen.
Kann man Pneumokokken haben, ohne krank zu sein?
Ja. Viele Menschen tragen Pneumokokken vorübergehend im Nasen-Rachen-Raum, ohne Beschwerden oder eine Erkrankung zu entwickeln.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen?
Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei älteren Menschen, Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder beeinträchtigter Immunabwehr.
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