Medikamente bei Psoriasis-Arthritis

Psoriasis-Arthritis ist eine belastende, chronische Erkrankung. Mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten gelingt es jedoch vielen Patienten, über einen längeren Zeitraum weitgehend beschwerdefrei zu sein.

Wenn nur ein Gelenk entzündet ist, kann man zunächst eine Therapie mit sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) in Kombination mit physikalischer Therapie erwägen oder auch Kortison in das Gelenk spritzen. NSAR lindern Schmerzen sehr rasch und sind in geringem Ausmass auch entzündungshemmend. Darüber hinaus wirken NSAR besonders bei Wirbelsäulenbefall oft gut.

Bei einer Entzündung der Sehnenansätze sind sie aber nahezu wirkungslos. Das Fortschreiten der Erkrankung können NSAR jedoch nicht beeinflussen. Häufige Nebenwirkungen sind Beeinträchtigungen der Magen- und Darmschleimhaut und ein erhöhtes Risiko kardiovaskularer Erkrankungen. Daher ist ein individueller Therapieplan wichtig.

Hinter dieser Abkürzung versteckt sich der englische Begriff "disease modifying anti-rheumatic drugs". Damit sind Medikamente gemeint, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen können, indem sie in den Entzündungsprozess eingreifen. Dazu zählen in erster Linie Methotrexat, aber auch Leflunomid. DMARDs müssen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und wirken erst einige Wochen nach Beginn der Therapie auf Gelenkschwellungen und Schmerzen.

Auf den entzündlichen Befall der Wirbelsäule haben die oben genannten Medikamente aber keinen Einfluss, und auch Sehnenentzündungen oder die Gelenkzerstörungen werden nicht positiv beeinflusst.

Um eine rasche Symptomlinderung zu erzielen, sind systemische Kortisonpräparate eine Alternative, insbesondere bei starken Schmerzen. Denn diese wirken rasch und sind stark entzündungshemmend. Allerdings können Kortisonpräparate, ebenso wie NSAR, das Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindern. Vor allem das rasche Absetzen eines Kortisonpraparates kann zu Rückfällen, insbesondere zu einer Verschlechterung des Hautbildes, führen. Wie bei allen Medikamenten müssen die Nebenwirkungen beachtet werden.

Auch für diese Medikamente wurde eine positive Wirkung auf die Psoriasis-Arthritis gezeigt, allerdings fehlen im Gegensatz zu den Biologika Daten, die zeigen, dass auch das Fortschreiten der Gelenkzerstörung gehemmt wird.

Zu dieser Gruppe zählen Medikamente, die biologisch hergestellt werden und gegen bestimmte körpereigene, die Entzündung auslösende Eiweisse wirken. Mittlerweile sind für die Behandlung der Psoriasis-Arthritis Biologika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zugelassen.

  • TNF-Blocker
    Diese als erstes und damit am längsten eingesetzten Biologika blockieren den sogenannten Tumor-Nekrose-Faktor (TNF), der stark entzündungsfördernd ist. Sie kommen vor allem bei Patienten mit hoher Krankheitsaktivität zum Einsatz, insbesondere wenn eine Therapie mit einem DMARD nicht hinreichend wirksam ist.

    TNF-Blocker führen zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbildes, der Gelenkbeschwerden und der Gelenkzerstörung. Darüber hinaus sind sie auch bei Wirbelsäulenbefall und Sehnenentzündungen gut wirksam. Bei zahlreichen Betroffenen kann eine deutliche und längerfristige Linderung der Beschwerden erreicht und das Fortschreiten der Erkrankung gehemmt werden, was die Lebensqualität entscheidend verbessert.

    TNF-Blocker müssen in regelmässigen Abständen gespritzt oder als Infusion verabreicht werden. Das Intervall zwischen den Verabreichungen ist von Medikament zu Medikament unterschiedlich. Es kann auch unter diesen modernen TNF-Blockern zu Nebenwirkungen kommen, insbesondere ist die lnfektionsneigung erhöht. Vor Beginn der Behandlung müssen daher, unter anderem, Infektionen ausgeschlossen werden. Derzeit sind fünf Präparate aus dieser Gruppe zugelassen. (Stand 08/2019)
     
  • IL-12/23-Blocker
    Wie bei den TNF-Blockern, konnte auch für die IL-12/23-Blocker (IL-12/23 sind Botenstoffe, die bestimmte Entzündungszellen aktivieren) gezeigt werden, dass sowohl die Haut, aber auch die Gelenkbeschwerden deutlich verbessert werden. Darüber hinaus konnte auch bei einigen Patienten, die auf einen TNF-Blocker nicht angesprochen haben, eine Besserung der Gelenkbeschwerden erzielt werden. Ob auch eine Wirkung auf die Wirbelsäulenentzündung besteht, ist derzeit noch nicht hinreichend untersucht. Wie bei den TNF-Blockern, ist die lnfektionsneigung bei einer IL-12/23-Hemmung erhöht.
     
  • IL-17-Blocker
    Biologika aus dieser Gruppe sind die zuletzt zur Behandlung der Psoriasis­-Arthritis zugelassenen Therapien. Derzeit sind zwei unterschiedliche Medikamente dieser Gruppe zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis zugelassen. (Stand 08/2019)

    Der Botenstoff IL-17 spielt eine Rolle bei der Entstehung der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis. Hier gibt es unterschiedliche Präparate, die ihre Wirksamkeit in der Behandlung - auch bei Patienten, die auf einen TNF-Blocker nicht angesprochen haben - zeigen konnten. Bezüglich der Hauterscheinungen wirken diese Therapien stärker als die TNF-blockierenden Biologika, und wie durch die TNF-Blocker kommt es bei der Psoriasis-­Arthritis auch zu einer Hemmung der Gelenkszerstörung. Es ist auch eine Wirkung auf die Wirbelsäulenentzündung nachgewiesen. Wie bei den TNF-Blockern ist die lnfektionsneigung bei einer IL-17-Hemmung erhöht, wobei hier vor allem Pilzinfektionen relevant sind.

CH-NON-00026; 09/2019

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